Kaiser Franz mit den Hofgärtnern Franz Antoine Vater und Sohn.

(Abb. aus Josef Pfundheller, "Der Blumenkaiser", 1881). - © Hlavac
Kaiser Franz mit den Hofgärtnern Franz Antoine Vater und Sohn.
(Abb. aus Josef Pfundheller, "Der Blumenkaiser", 1881). - © Hlavac

Wer in den Boboli-Gärten, einer florentinischen Parkanlage, aufwächst und von den Eltern genügend Freiräume im doppelten Sinne des Wortes erhält, muss - so die einfache Vermutung - zwangsläufig einen "grünen Daumen" bekommen, wie das Beispiel von Kaiser Franz zeigt. Dieser kam am 12. Februar 1768 als erstgeborener Sohn des Großherzogs der Toskana, Leopold, und der Maria Ludovica im Palazzo Pitti in Florenz zur Welt. Er galt bereits im Kindesalter als Thronfolger, da sein Onkel, Kaiser Joseph II., kinderlos blieb.

Das Studium der Natur und der Gärten nahm bei Franz seit der Kindheit einen wichtigen Stellenwert in seinem Leben ein. Gefördert durch den Geschichtslehrer Sigismund Anton Graf Hohenwart verbrachte er schon in seiner Jugend viel Zeit sowohl in den Boboli-Gärten, die sich hinter dem Palazzo Pitti erstrecken, als auch in anderen Parks großherzoglicher Villen in und um Florenz. Damit wurde eine Basis für das lebenslange Interesse des späteren Kaisers an der Natur, an Gartenbau und Landwirtschaft geschaffen.

Botanisches Hofkabinett

Dieses Interesse äußerte sich später in Wien, wo der Thronfolger seit dem 17. Lebensjahr lebte, auf vielfältige Weise: Zum einen kümmerte er sich aktiv um die Gartenkunst und Gartenpflege in seinen eigenen Anlagen, zum anderen förderte er Bereiche wie die Blumenmalerei und die wissenschaftliche Sammlung und Dokumentation von Pflanzen.

Kaiser Franz als Bürger (Jos. Eisner, ohne Datum). - © Wikimedia commons
Kaiser Franz als Bürger (Jos. Eisner, ohne Datum). - © Wikimedia commons

1807 begründete der Monarch das botanische Hofkabinett, aus dem die heutige botanische Abteilung des Naturhistorischen Museums hervorging. Zur Gründung schenkte er dem Hofkabinett als symbolischen Akt sein eigenes Herbarium, das eine Sammlung kultivierter Pflanzen aus dem Botanischen Garten von Schönbrunn umfasste. Er finanzierte auch die Stelle eines "Hofbotanikmalers", der in seinem Auftrag Pflanzen detailliert illustrierte. Diese Darstellungen gingen in seine Privatbibliothek ein, in der er einen beachtenswerten Bestand an botanischen Werken besaß.

Am stärksten äußerte sich die Pflanzenliebe von Kaiser Franz in der Gestaltung und Pflege seiner zahlreichen Gartenanlagen in Wien und dem heutigen Niederösterreich. Wie Kammerrechnungen belegen, wurden für Parkanlagen - etwa für den Augarten, das Belvedere oder den sogenannten Reservegarten in der Ungargasse - umfangreiche Ausgaben getätigt. Für den längst nicht mehr existierenden Terrassengarten in der Hofburg wiederum sind regelmäßige Aufwendungen für den saisonalen Anbau wie für die Pflege von Gewächsen nachweisbar. Dazu zählten etwa die Anschaffung von heimischen Samen und Blütenpflanzen sowie der Kauf von ausländischen, exotischen Pflanzen.