Die Nasa stellte ihr veraltetes Shuttle-Programm ein und ist seither auf russische Sojus-Kapseln angewiesen. Die Amerikaner benötigten ein neues Flaggschiff und frische Ziele. Mit Sonden erkundet die US-Agentur das Planetensystem und blickt mit Weltraumteleskopen tief in die Weiten des Universums. Tausende Exoplaneten wurden entdeckt und unzählige Galaxien. "Es liegt in unseren Möglichkeiten, in den nächsten 20 Jahren definitiv herauszufinden, ob es außer uns noch Leben im Universum gibt", betont O’Meara. Zusammen mit anderen Ländern hat die Nasa die Internationale Raumstation ISS als Außenposten der Menschheit aufgebaut.

Ziele ändern sich mit
jedem Präsidenten

Im Jänner 2004 verkündete Präsident George W. Bush, eine weitere Mondlandung ab 2015 und später eine bemannte Marsmission durchführen zu wollen. Sechs Jahre danach strich Barack Obama den Mond in Reaktion auf die Wirtschaftskrise 2008 von der Liste. Um 2030 wollte er den Mars direkt ansteuern, allerdings ohne Budget für eine neue Raumkapsel. Im Oktober 2017 holte US-Präsident Donald Trump den Trabanten auf die Agenda zurück, "diesmal nicht um bloß Fußabdrücke und Flaggen zu hinterlassen, sondern um den Grundstein für eine Mondbasis zu legen und danach Amerikaner auf den Mars und noch weiter zu bringen."

Vor dem Hintergrund der politischen Zerrissenheit konzentrieren sich die Nasa-Ingenieure auf neue Hardware. Das Raumschiff Orion soll ISS-, Mond-, Mars- und Asteroidenflüge durchführen können. Ob Orion einen ersten bemannten, für 2023 geplanten Mondflug machen kann, wird letztlich von der Finanzierung abhängen. Immer intensiver prüft die Nasa die Sicherheit privater Raumfahrzeuge, damit die Industrie einen Teil der Transporte übernehmen kann.

18 Milliarden Dollar sind viel Geld. Doch die Bandbreite der Nasa-Forschung erfordert eine kluge Aufteilung. Mit Technik und Mammon kämpft auch der Star der Flotte: Das neue James-Webb-Teleskop, ein Joint Venture von USA, Europa und Kanada, startet nicht wie geplant heuer, sondern 2021. Zusätzlich zu den vorgesehenen 8,7 Milliarden Dollar Budget muss der Kongress mindestens weitere 800 Millionen genehmigen. Das neue himmlische Auge soll mit Infrarotlicht in die Vergangenheit des Kosmos blicken. Für die Aliensuche ist es aber nur unzureichend gerüstet. Es wurde in den 1990er Jahre geplant, als niemand ahnte, wie viele Kandidaten für erdähnliche Planeten es eigentlich geben würde.