Bis zum 4. November, 15 Uhr, marschieren die Alliierten zum Brenner und entlang der östlichen Adriaküste. Rund 380.000 k.u.k. Soldaten werden in diesen Stunden zu Gefangenen.

Dieser Ablauf führt später zu vielen Schuldzuweisungen und zu Vorwürfen an Italien. Es agierte aus der Position des Stärkeren und taktisch geschickt, die Schwächen der k.u.k. Führung nutzend. Der kann man nur zugutehalten, dass die Kommunikation zwischen Padua und Baden schwierig war. Auf der Abtretung Südtirols hätte Italien jedenfalls bestanden, war sie doch seit 1915 mit den Alliierten akkordiert.

Eine Episode vom 3. November 1918 soll noch erwähnt werden: Die Anwesenheit von Capitano Giovan Trener als Übersetzer in der italienischen Delegation. Trener war Schwager des allseits bekannten, von den Österreichern 1916 in Trient wegen Hochverrats hingerichteten Reichsrats-Abgeordneten Cesare Battisti und glich diesem wie ein Zwillingsbruder. Sollten die Österreicher glauben, dass am Tag der Kapitulation Battistis Geist auferstanden sei?