Berlin. Die Kosten, die die Erderwärmung verursacht, sind dann am geringsten, wenn diese weltweit auf höchstens zwei Grad begrenzt wird. Zu diesem Ergebnis kommt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in einer Studie. Die beteiligten Forscher nehmen dies zum Anlass, verstärkte Klimaschutzanstrengungen einzufordern, da bisherige Bemühungen, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, bei weitem nicht ausreichten.

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In der Studie werden mit Hilfe von Computersimulationen nach einem Modell des US-Nobelpreisträgers William Nordhaus zu erwartende Klimaschäden, etwa durch Wetterextreme oder andere Folgen der Erwärmung, mit jenen Kosten verglichen, die eine Verringerung des Treibhausgasausstoßes erfordert - zum Beispiel wenn Kohlekraftwerke durch Windräder und Solarzellen ersetzt werden oder CO2 besteuert wird. Dabei habe sich die Zwei-Grad-Grenze als "wirtschaftlich optimal" erwiesen, erklärt der PIK-Forscher Anders Levermann.

"Um in Zeiten der Erderwärmung den ökonomischen Wohlstand für alle Menschen zu sichern, müssen wir die Kosten der daraus entstehenden Schäden begrenzen und gleichzeitig die Auswirkungen abmildern. Jetzt wissen wir, wie das am besten geht. Der Welt gehen die Ausreden zur Rechtfertigung des Nichtstuns aus", betont der Klimawissenschafter: "Alle, die bisher gesagt haben, dass eine Klimastabilisierung zwar schön wäre, aber zu teuer ist, können nun sehen, dass in Wirklichkeit die ungebremste globale Erwärmung zu teuer ist", hebt Levermann hervor. Um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, sei "schnelles und grundlegendes globales Handeln" erforderlich.

Im Pariser Klimaschutzabkommen hatte sich die Staatengemeinschaft im Jahr 2015 darauf festgelegt, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad, mindestens aber auf unter zwei Grad zu begrenzen. Die bisher dafür von den Staaten vorgelegten nationalen Ziele reichen allerdings noch nicht aus, um dies zu erreichen. Bis zur UN-Klimakonferenz im November im schottischen Glasgow sollen die Staaten daher Vorschläge für Nachbesserungen vorlegen.(apa/afp/est)