Der Oktober 2020 war in Europa der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen des europäischen Copernicus-Klimawandeldienstes. Vor allem in Osteuropa waren die Temperaturen im vergangenen Monat demnach überdurchschnittlich hoch, im Südwesten hingegen zu niedrig. Die Experten werteten hierfür Messungen seit 1979 aus.

Weltweit war es der drittwärmste Oktober, wie die Organisation am Donnerstag im britischen Reading mitteilte. Vor allem über weiten Teilen der Arktis und der tibetischen Hochebene herrschten Temperaturen deutlich über dem Durchschnitt von 1981 bis 2010.

Auch bei der Meereisdecke gab es im Oktober Auffälligkeiten: Seit Beginn der Satellitenbeobachtungen der Arktis im Jahr 1979 war die durchschnittliche Meereisausdehnung für den Monat noch nie so gering. Die arktische Nordostpassage blieb fast oder ganz eisfrei.

Die Wissenschafter werteten Daten aus, die von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen stammen. Der Klimawandeldienst der EU ist Teil des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus. Er erstellt monatlich Berichte über die Lufttemperatur, das Meereis und den Wasserkreislauf. Aussagekräftiger sind die Berichte der US-Klimabehörde NOAA, die Aufzeichnungen seit 1880 berücksichtigt. Sie veröffentlicht demnächst ihre Analyse für Oktober. (apa/dpa)