In Mooren sind sehr große Mengen an Kohlenstoff gebunden. Viele dieser Gebiete befinden sich in Permafrostgebieten im hohen Norden. Temperaturzunahmen infolge der Klimakrise können demnach dort große Mengen an Kohlendioxid und Methan freisetzen, wenn diese Böden großflächig auftauen. Im Fachblatt "Nature Climate Change" warnen nun Forscher davor, dass vor allem Europas Permafrost-Moorgebiete bald an einen Kipppunkt geraten können. Bei einer Klimaerwärmung von 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Durchschnittswert könnten rund 700.000 Quadratkilometer an Permafrost-Mooren auftauen - eine Fläche mehr als achtmal so groß wie Österreich.

Das würde dann aus den bisher als Kohlenstoffsenken fungierenden nördlichen Feuchtgebieten Kohlenstoffquellen machen - Forscher sprechen in solchen Fällen vom Erreichen eines "Kipp- oder Umschlagpunkts", ab dem sich die Voraussetzungen abrupt ändern können. Wann das aber passiert, sei "höchst unsicher".

Im kommenden Jahrzehnt

Die neuen Modellierungen würden nun zeigen, dass die nördlichen Moorgebiete in Europa und Westsibirien offenbar schon recht knapp davor stehen. In Norwegen, Schweden, Finnland und dem äußersten Nordwesten Russlands prognostizieren die Forscher einen weitreichenden Verlust des klimatischen Raumes für Permafrost-Moore noch im kommenden Jahrzehnt.

Die Gebiete, die wegfielen, sollte sich die Erde wirklich um mindestens 2 Grad Celsius erwärmen, enthalten geschätzte 37 bis 39,5 Gigatonnen Kohlenstoff. Das sei rund das Doppelte von dem, was zur Zeit in Europas Wäldern gelagert sei. Weitere Untersuchungen brauche es aber, wie ein durch wärmere Temperaturen im Norden gesteigertes Pflanzenwachstum und eine erhöhte Torfbildung die Kohlenstoffbilanz wieder positiver ausfallen lassen könnten.