Wie stark Dürre den Ökosystemen zusetzt, hat ein internationales Team mit Innsbrucker Beteiligung untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Produktivitätsverluste, die mit Trockenheit einhergehen, deutlich stärker ausfallen als angenommen. Der Grund dafür liegt in der Art der Untersuchung: Experimente würden die Problematik nicht im selben Ausmaß abbilden, wie das in der Realität der Fall sei, teilt die Universität Innsbruck mit.

"Unsere 80 Studien und knapp 160 Messpunkte umfassende Metaanalyse zeigt, dass das Ausmaß der Produktivitätsverluste bei Dürre im Vergleich zu Beobachtungsstudien um durchschnittlich 50 Prozent unterschätzt wird", sagt Michael Bahn vom Institut für Ökologie der Uni Innsbruck. Ein Vergleich sei wichtig gewesen, "da die Auswirkungen von Dürre von einer Reihe von Standortparametern wie Boden, Vegetation und Hintergrundklima abhängen", sagte Bahn.

Die Problematik bei Feldexperimenten sei, dass hier "eine Art ‚Insel-Effekt‘" entstehen könne, "da der Boden zwar trocken, aber die Temperatur entsprechend der Umgebungsluft meist geringer und die Luftfeuchtigkeit höher als bei einer natürlichen Dürre ist. Es sei wichtig, "Ergebnisse von Dürreexperimenten mit Daten von natürlichen Trockenereignissen abzugleichen". Die Untersuchung wurde im Fachmagazin "Nature Ecology & Evolution" publiziert.