Berlin. Vor rund 13.000 Jahren erlebte die Erde einen dramatischen Klimawandel mit weitreichenden Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. Wissenschafter sind jetzt zu der Erkenntnis gelangt, dass der damalige plötzliche Übergang zu einem kühleren und trockeneren Klima mutmaßlich durch den Einschlag eines Asteroiden oder Kometen ausgelöst worden ist, wie das US-Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" in seiner neuen Ausgabe berichtet. Der Himmelskörper soll im Gebiet der heutigen kanadischen Provinz Quebec eingeschlagen sein.

Der abrupte Wandel des Erdklimas vor 13.000 Jahren ist seit langem bekannt, über seine Ursachen wurde in der Forschung gestritten. Als Folge des plötzlichen Temperaturabfalls und der Trockenheit starben weltweit viele große Landtiere aus, in Nordamerika unter anderem das Riesenfaultier, das Mastodon, das Kamel und der Säbelzahntiger.

Der Klimawandel war für bis dahin von der Jagd lebende Völker in Nordamerika der Anlass, zum Sammeln und Anbau von Nahrung überzugehen. Die Großwildjäger der sogenannten Clovis-Kultur hätten ihre schweren Speere beiseite stellen und sich fortan von Wurzeln, Beeren und kleinerem Wild ernähren müssen, heißt es in dem Bericht.

Gesteinskügelchen stützen den neuen Befund


Den jetzigen Befund, dass die Klimakatastrophe durch einen Himmelskörper ausgelöst wurde, stützen die Forscher mit geschmolzenen Gesteinskügelchen, wie sie beim Aufprall von Kometen oder Meteoriten entstehen. Diese Kügelchen wurden in Gesteinsschichten in den US-Bundesstaaten New Jersey und Pennsylvania gefunden, die dem Beginn der erdgeschichtlichen Jüngeren Dryas-Zeit entstammen. Analysen ergaben, dass die chemische Zusammensetzung der Kügelchen dem Gestein in Quebec entsprach.

Der Krater, den der mutmaßliche Einschlag des Himmelskörpers verursachte, sei aber noch nicht gefunden, berichtete der Geochemiker Mukul Sharma vom Dartmouth College im US-Bundesstaat New Hampshire, ein Ko-Autor der Studie.

Der Befund der Forschergruppe, dass der Einschlag eines Himmelskörpers für die Klimakatastrophe verantwortlich war, widerspricht der lange in der Forschung vorherrschenden Hypothese, das Zerbrechen eines Eisschildes in Nordamerika sei der Auslöser gewesen. Dadurch sei so viel Süßwasser in den Atlantik geflossen, dass eine aus den Tropen kommende und wie eine Warmwasserheizung wirkende Meeresströmung zum Erliegen gekommen sei.