Wien. (ski) Einige aktuelle Studien weisen auf gravierende Auswirkungen der Erderwärmung hin. Galt zum Beispiel der Eisschild im Südwesten der Antarktis bisher als stabil, so zeigt er nun Verluste an Masse. Das geht aus Satellitendaten-Auswertungen von Forschern der britischen Universität Bristol unter Mitwirkung des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) hervor. Seit 2009 schrumpfte das Inlandeis auf einer Küstenlänge von 750 Kilometern seit 2009 deutlich, die Gletscher fügten dem Ozean 300 Kubikkilometer Wasser zu. Das führe zu einem Anstieg des globalen Meeresspiegels, schreiben die Experten in der neuesten Ausgabe des Journals "Science".

"Tödlicher Giftcocktail"


Den Bestand der tropischen Regenwälder sieht der 34. Bericht an den Club of Rome bedroht - und zwar durch den Klimawandel und die industrielle Landwirtschaft, die eine gefährliche Spirale vorantreiben. In dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Bericht warnt der langjährige Generaldirektor der Umweltschutzorganisation WWF International, Claude Martin: "Das Zusammentreffen von Agrarindustrie, Klimawandel und Zerstückelung der Flächen durch Straßen ist ein tödlicher Giftcocktail." Die Lage wird als ernst, aber noch nicht hoffnungslos dargestellt.

Eine gerade im Fachblatt "Nature Climate Change" veröffentlichte Studie hat ergeben: Um den durch den Treibhauseffekt drohenden Temperaturanstieg bis zum Jahr 2100 unter 1,5 Grad Celsius halten, müssten sowohl ohne Zeitverzug der CO2-Ausstoß drastisch reduziert als auch Energie weit effizienter eingesetzt und zusätzlich CO2 der Atmosphäre entzogen werden. An der Studie beteiligt waren Forscher des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien.