Auf die Idee, dieses Phänomen zu erforschen, kam Trouet als sie im Sommer 2012 die Wetterkarte studierte. Exakt dieselbe Karte hatte sie aus ihren Baumring-Daten ablesen können. Die Baumringe zeigten, dass die heißen Temperaturen im mediterranen Raum zeitgleich mit kalten Phasen auf den Britischen Inseln zusammenfielen - und umgekehrt.

Einfluss auf Olympia

Mit der Entdeckung viel älterer Bäume im Balkan und auf den Britischen Inseln hofft Trouet, den nordatlantischen Jetstream 1000 Jahre in die Vergangenheit rückverfolgen zu können. Aber auch den nordpazifischen Jetstream will sie in ihren Forschungen nicht außer Acht lassen.

Durch den Klimawandel, wie angeführt, verstärkt sich die Situation stark. Das hat vielerlei Einflüsse auf das menschliche Leben. Abgesehen von persönlichen Katastrophen hat die Situation auch Auswirkungen auf den Sport. Denn der Klimawandel setzt auch den Olympischen Winterspielen zu, wie eine internationale Studie zeigt, an der Tourismusforscher Robert Steiger von der Universität Innsbruck mitgearbeitet hat.

Viele bisherige Austragungsorte der Spiele könnten es in Zukunft schwierig haben, das Großereignis wieder auszurichten, wenn die globale Erwärmung weiter zunimmt. Wenn die globalen Treibhausgasemissionen nicht drastisch gesenkt werden, würde es bis zum Ende dieses Jahrhunderts nur in acht der bisherigen 21 Austragungsorte von Winterspielen kalt genug für eine neuerliche Austragung sein. Beim Einhalten des Pariser Klimaabkommens wären es laut Studie zwölf. Frühere Gastgeber wie Squaw Valley in den USA, Vancouver oder Sotschi würden aus der Liste fallen. Selbst für die zweimalige Olympiastadt Innsbruck könnte es auf lange Sicht eng werden.

Die Menschen selbst reagieren auf die Bedrohung durch den Klimawandel sehr unterschiedlich, zeigt eine weitere Studie, die Salzburger Psychologen durchgeführt haben. Sie haben in ihrer Untersuchung Österreich und Argentinien verglichen.

Klimawandel-Resistenz

Während in den USA aktuell die Klimawandelskepsis wieder höher im Kurs steht, herrscht in Europa doch weitestgehend Konsens über die vom Menschen verursachte Veränderung des Klimas. Informationen darüber, etwa in den Nachrichten, gibt es zuhauf. Trotzdem tut sich meist erstaunlich wenig, wenn es darum geht, konkrete Maßnahmen dagegen zu setzen, urteilen die Autoren. Sie gingen der Frage nach dem "Warum" nach. Dabei zeigten die Österreicher weniger Bereitschaft, einen nachhaltigeren Lebensstil zu pflegen und gaben sich zudem ethnozentrischer, so das Ergebnis. Bei den befragten Argentiniern stellten sich diese Effekte nicht ein.

Die Autoren waren vom Ergebnis überrascht. Doch ist dieses nicht ganz unlogisch, bedenkt man, dass die Auswirkungen des Klimawandels in Südamerika viel präsenter und spürbarer sind. Auch die anhaltende wirtschaftliche und politische Krise könnte hier hineinspielen. Diese Argumente dürften wohl mehr wiegen als die den Österreichern immer wieder unterstellte Resistenz gegenüber Veränderungen - auch in klimatechnischer Hinsicht.