Um nicht noch größeren Schaden zu erleiden, spuckten Willie und seine Leute in die Hände. In einer groß angelegten Sammelaktion holten sie 250.000 Dornenkronenseesterne aus dem Wasser. "Ich war einer der Zählenden", muss es der Local Champion wissen, und fügt hinzu: "Um aus den toten Seesternen noch etwas Gutes herauszuholen, haben wir sie in einem Testlauf mit Erde vermischt und als Dünger für unsere Gärten verwendet." Dieser Einsatz hat sich als genauso erfolgreich herausgestellt wie die Entfernaktion selbst: Mittlerweile gibt es in Worasiviu keine Dornenkronenseesterne mehr - und die Steinkorallen sind wieder nachgewachsen.

Best-Practises-Katalog

Ob gebleichte Korallen, Plastikmüll oder die genannten Dornenkronenseesterne - über die Jahre hat das "Nguna-Pele Marine and Land Protected Area Network" unterschiedliche Ansätze unternommen und diverse Methoden erprobt, solchen Herausforderungen Herr zu werden. Jetzt werden erstmals die Erkenntnisse zusammengefasst. Gemeinsam mit der Regierung und nationalen wie internationalen Organisationen arbeitet das Netzwerk im Projekt "RESCCUE" daran, die effektivsten Best Practises zu beschreiben und je nach Problemstellung einen Katalog an bewährten Maßnahmen zu liefern.

"Die Community kann aus der Liste den Lösungsansatz wählen, der für sie am besten passt", erklärt Willie Kenneth das Prinzip und hofft, so die Arbeit für die Dorfgemeinschaften zu erleichtern. Das erste Gemeinschaftswerk zum Meeresschutz wurde Anfang August der Öffentlichkeit präsentiert. Weitere Toolkits zu erprobten Methoden der Nahrungssicherung oder der Landwirtschaft werden folgen.

Bald sollen diese Best-Practises sämtlichen Communities in Vanuatu und vielleicht auch auf anderen Pazifikinseln zu Verfügung stehen. "Wir alle müssen unsere Erkenntnisse teilen, voneinander lernen und uns gegenseitig unterstützen", kann das für Willie Kenneth nicht schnell genug gehen. Er bringt auf den Punkt, was nicht nur für die Bewohner der Pazifikinseln gilt: Ob Waldhüter oder Meeres-Champion: "Jeder Einzelne ist gefragt."