Wien. (gral) In Österreich sind laut offiziellen Zahlen etwa 70.000 bis 150.000 Menschen von einer Schwächung des Herzmuskels - der sogenannten Herzinsuffizienz - betroffen. Experten gehen von rund 300.000 Patienten aus. Dass diese Zahlen derart auseinanderklaffen, liege vor allem daran, dass häufig nicht die Herzinsuffizienz als solche diagnostiziert werde, sondern die dahintersteckende Krankheit, erklärte Michael Hirschl von der Abteilung Innere Medizin im Landesklinikum Zwettl am Dienstag vor Journalisten. "Es handelt sich dabei um ein Syndrom und keine Erkrankung", betonte er.

Hervorgerufen wird die Herzinsuffizienz durch koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck, Klappenschäden oder Infektionen. Früherkennung einer solchen und der damit verbundene rasche Therapiebeginn können die Prognose vieler Patienten deutlich verbessern. Doch sei aus Statistiken abzuleiten, dass das Leiden in Österreich deutlich unterdiagnostiziert und unterbehandelt sei.

Nicht nur das: Denn hierzulande würden schwere Fälle viel seltener die optimale Therapie erhalten als in Deutschland, stellte Paul Vock, Kardiologe am LKH St. Pölten fest. "In Österreich werden 107 TAVI-Eingriffe (eine kathetergeführte Aortenklappenimplantation) pro Jahr und Million Einwohner durchgeführt. In Deutschland sind es 163." Auch bei implantierbaren Schrittmachern würden die Krankenhäuser aus ökonomischen Gründen auf der Bremse stehen. An schwerer Herzinsuffizienz sterben in Österreich pro Jahr rund 7000 Menschen.

Das Leitsymptom ist die Atemnot. Eine frühzeitige medikamentöse Therapie könnte schon Abhilfe schaffen.