Zürich. Ein Forscherteam der Universität Zürich hat untersucht, was bei der Entstehung von Typ-1-Diabetes in der Bauchspeicheldrüse abläuft. Im Anfangsstadium fanden sie dabei noch eine erstaunlich hohe Zahl der Insulin-produzierenden Beta-Zellen. Sie sähen zwar anders aus als normal und produzierten weniger Insulin, wären aber womöglich noch zu retten, so die Wissenschafter im Fachblatt "Cell Metabolism".

Am lebenden Menschen lässt sich kaum im Detail untersuchen, was in der Bauchspeicheldrüse genau vor sich geht, deshalb nutzten die Forscher Proben von Spenderorganen, um den Krankheitsverlauf zu rekonstruieren. Anhand der Bauchspeicheldrüse von jeweils vier Personen ohne Diabetes, im Frühstadium und in einem späteren Stadium der Krankheit erstellten die Forscher für jedes der Organe eine Art Karte, wie verschiedene Zellen in der Bauchspeicheldrüse verteilt und in welchem Zustand sie sind.

Hoffnung auf Therapie

Dass zu Beginn noch Beta-Zellen vorhanden sind, macht Hoffnung: "Wenn es gelingen würde, den Autoimmunangriff in diesem frühen Stadium zu stoppen, könnten diese Zellen vielleicht ihre Funktion wiedergewinnen und bei der Regulation des Blutzuckerspiegels der Patienten helfen", so Studienerstautor Nicolas Damond. Bei Typ-1-Diabetes greifen bestimmte Immunzellen körpereigene Beta-Zellen an und zerstören sie. Beta-Zellen überwachen üblicherweise den Blutzuckerspiegel und schütten bei Bedarf Insulin aus, das die Zuckeraufnahme in Zellen fördert.

Die für die Studie verwendete Methode, bildgebende Massenzytometrie, wurde maßgeblich in Zürich mitentwickelt. Sie erlaubt, gleichzeitig die Beta-Zellen, weitere Zelltypen in den gleichen Strukturen sowie die eingedrungenen Immunzellen zu visualisieren. Die Forscher hoffen, mit der Methode noch weitere Erkenntnisse zu gewinnen, um den Krankheitsverlauf besser verstehen zu können.