Der internationale österreichisch-türkische Presseverein versteht sich in erster Linie als Plattform für Journalisten, welche Informationen über die Türkei bzw. über Österreich benötigen oder unabhängig liefern. Auf objektive, konstruktive und zielführende Weise wird hier in einem Team diskutiert, kritisiert und berichtet. Nebenbei unterstützt der Verein den Besuch von Deutschkursen türkischer Mitbürger und realisiert Konzepte, bei denen beispielsweise österreichische und türkische Kinder bei gemeinsamen Festen einander kennen lernen können.

"Immer wieder organisieren wir auch Reisen in die Türkei, um unseren Freunden aus Österreich die Schönheiten und die landschaftliche Vielfalt der Türkei näher zu bringen. Auch umgekehrt versuchen wir unsere neue Heimat Österreich, eines der schönsten Länder der Welt, bekannt zu machen," berichtet Birol Kilic von den Aktivitäten seines Vereines.

Dennoch, bei all der Verbundenheit zum ursprünglichen Heimatland, die Gefühle vieler Austrotürken haben sich längst gewandelt: Österreich wird als "Neue Heimat" empfunden und geschätzt. "Österreich wird als neue Heimat definiert, nach so vielen Jahren sind die Gefühle einfach da, in schlechten Zeiten für das Land bin ich traurig und in guten Zeiten freue ich mich. Viele Austrotürken teilen diese Überzeugung," beschreibt Kilic seine Einstellung, die viele mit ihm teilen. So erklärt es sich von selbst, dass bei Katastrophen, wie dem vorjährigen Jahrhunderthochwasser die Mehrheit der Austrotürken nicht nur in die Geldtasche greift um zu spenden, sondern auch aktiv in den Katastrophengebieten mitarbeitet.

Die Einflüsse der Türkei oder besser gesagt Anatoliens, des Landes, welches mehr zu Europa als zu Asien zählt, sind vielschichtig. Döner und Kebab sind hierzulande höchst beliebte lukullische Begriffe, die türkische Riviera und Orte wie Antalya oder Bodrum Urlaubsdestinationen, über die Touristen ins Schwärmen geraten und Atil Kutoglu ein Name innerhalb der internationalen Modeszene, der sich sowohl in Wien, als auch in Istanbul großer Bekanntheit erfreut: Seine Kreationen begeisterten Sonja Kirchberger und Nabila Kashoggi gleichermaßen.

Die Verbundenheit zwischen Österreich und der Türkei sind nicht nur historisch gewachsen, sondern erfahren auf vielen Ebenen immer wieder neue Impulse. Diese Entwicklungen zeigen das vielfältige Potential im kulturellen Bereich zwischen den beiden Staaten.

Ein Buchtipp: "Das türkische Gesicht Wiens - Auf den Spuren der Türken in Wien," Kerstin Tomenendal, Böhlau-Verlag Wien, ISBN 3-205-99191-5