Berlin. Ein höherer Bildungsgrad von Müttern beschert ihren Kindern ein längeres Leben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Die Annahme, dass die Gesundheit von Erwachsenen nicht nur mit der Geldbörse, sondern auch mit dem Bildungsgrad ihrer Eltern zusammenhängt, gibt es schon lange. In der Untersuchung mit Daten von rund 6.000 Menschen aus dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) fanden die DIW-Forscher nun diesen Zusammenhang erneut bestätigt: Hatte eine Mutter ab den 1940er Jahren mindestens einen Realschulabschluss, haben ihre erwachsenen Kinder ab 65 Jahren eine im Durchschnitt zwei Jahre höhere Lebenserwartung als Kinder, deren Mütter damals höchstens einen Volksschulabschluss hatten.

Das Ergebnis blieb auch bestehen, wenn die Forscher die Bildung der Kinder und ihr Einkommen berücksichtigten. Ein Hauptgrund dürfte sein, dass besser gebildete Mütter auf eine gesündere Lebensweise ihrer Kinder achten, etwa mit Blick auf eine ausgewogene Ernährung, Rauchverhalten, Alkoholkonsum und Bewegung.

Seelische Gesundheit

Einen positiven Einfluss auf die seelische Gesundheit konnte in einer zweiten Studie dagegen bisher nicht nachgewiesen werden. Dafür wurden Daten von 3.300 Mutter-Kind-Paaren ab den 50er Jahren in Westdeutschland herangezogen. Die Kinder waren im Durchschnitt 30 Jahre alt, als ihre seelische Gesundheit geprüft wurde. Doch fand sich in den Daten kein Bezug zwischen seelischer Gesundheit und Lebenszufriedenheit der Kinder und dem Bildungsniveau der Mutter. Mütter mit höhere Bildung ergreifen meist besser bezahlte Jobs und führen allein schon durch mehr finanzielle Unabhängigkeit häufig zufriedenere Partnerschaften. Das sollte sich auf die Psyche der Kinder positiv auswirken.