London. (est) Im Vereinigten Königreich leiden zunehmend mehr Menschen an Hunger, berichtet das "Journal of Epidemiology & Community Health". Demnach hat sich auf der Insel die Zahl jener Niedrigverdiener, die zu wenig Geld haben, um sich genügend Essen zu kaufen, seit 2004 verdoppelt. Arbeitslose und behinderte Menschen tragen das größte Risiko. Der steigende Zulauf zu öffentlichen Ausspeisungen rücke Ernährungssicherheit in den Blickpunkt der öffentlichen Gesundheit, so die Forscher.

Sie verglichen die Daten der Umfrage Food&You zum persönlichen Ernährungsverhalten im Jahr 2016 mit jenen der LIDNS-Umfrage zum Ernährungsverhalten von Niedrigverdienern (Low Income Diet and Nutrition Survey) aus 2004. F&Y hatte 3118 Erwachsene ab 16 Jahren befragt, während sich die frühere Umfrage an 15 Prozent der ärmsten Haushalte gewandt hatte. Laut F&Y erfuhren 20 Prozent der Erwachsenen 2016 Ernährungsunsicherheit. Drei Prozent mussten hungern. Besonders Erwachsene Mitte 40 mit Kindern und niedrigem Bildungsabschluss sowie Arbeitslose, Behinderte oder chronisch Kranke waren betroffen. Das Team verglich die Daten mit 335 Befragten von LIDNS und stellte vergleichbare Haushaltseinkommen gegenüber: Von 2004 bis 2016 hatte sich die Ernährungsunsicherheit unter den Ärmsten von weniger als 28 auf 46 Prozent fast verdoppelt.