Houston. (gral) Biotechnologen ist ein weiterer Durchbruch in Sachen 3D-Druck gelungen: Mit einem neuen Verfahren hat ein Team um Jordan Miller von der Rice University in Houston miteinander verstrickte Gefäßnetzwerke hergestellt, wie sie im Körper als Bahnen für Blut, Luft, Lymphe und andere lebensnotwendige Flüssigkeiten dienen. Dabei bildeten sie ein lungenähnliches Gebilde mit Atemwegen und Blutgefäßen. Die Forscher konnten zeigen, dass die aus Hydrogel gefertigten Strukturen dazu in der Lage sind, Blut mit Sauerstoff anzureichern.

"Die größte Hürde, um funktionstüchtigen Gewebeersatz herzustellen, war, ein komplexes Gefäßsystem zu generieren, das Nährstoffe weitertransportieren kann", erklärt Miller im Fachblatt "Science". Mit der neuen Biodruck-Technologie sei dies nun gelungen, so der Forscher.

Das Team zeigte zudem, dass das Verfahren auch mit lebenden Körperzellen kombiniert werden kann. So wurden in Experimenten ins Gewebe Leberzellen eingebracht und dieses Mäusen implantiert. Die Zellen blieben funktionstüchtig.

Gedruckte Organe gelten als vielversprechend. Sie lösen gleich zwei Probleme der Transplantationsmedizin, so die Forscher. Zum einen könnten Organe hergestellt werden, die von patienteneigenen Zellen stammen, was Abstoßungsreaktionen des Körpers verhindert. Zum anderen könnten weltweit viel mehr Menschen mit Spenderorganen versorgt werden.

Freilich ist die nun hergestellte künstliche Lunge noch kein vollständiges Organ, allerdings ein Machbarkeitsbeweis und Grundlage für weitere Forschungen hin auf dem Weg zur Herstellung künstlicher Organe.•