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Wien. Robert Dilts gehörte zur Arbeitsgruppe um John Grinder und Richard Bandler, die Gründer des neurolinguistischen Programmierens (NLP). Von Freitag bis Sonntag hält er ein Seminar zum Thema Unternehmensführung in Wien. Im Vorfeld gab er der "Wiener Zeitung" ein Interview.

"Wiener Zeitung": Im Herbst wählt Österreich neu, ab sofort hat politische Rhetorik Hochsaison. Insbesondere Rechtspopulisten wird unterstellt, Seminare im Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP) zu machen, um die Wähler zu manipulieren. NLP ist jedoch auch eine Form der Selbstfindung und der Psychotherapie. Was ist es mehr: Therapie oder rhetorische Waffe?

Robert Dilts: Meiner Ansicht nach ist es keines von beiden, vielmehr haben sich aus NLP verschiedene Anwendungen entwickelt. In jedem Fall ist es kein reines rhetorisches Instrument, sondern ein Modell für effektive Kommunikation, das von Therapeuten entwickelt wurde. Mir geht es bei NLP um Unternehmensführung. Ich versuche, zu verstehen, was Teams mit hoher Performance von weniger erfolgreichen unterscheidet. Die Antwort liegt unter anderem im Bewusstsein und der Geisteshaltung, mit der an eine Sache herangegangen wird. Das Neuronale am Programmieren dreht sich um die Frage, welche geistigen Qualitäten man dabei einsetzt, welche Motive und welches größere Bild man hat. Tesla-Gründer Elon Musk hat sicher ein größeres Bild dessen, warum er tut, was er tut und was ihn inspiriert.

Robert Dilts geboren am 21. März 1955, ist Autor, Trainer und Berater im Bereich des Neuro-Linguistischen Programmierens (NLP). Er gehörte zur Arbeitsgruppe um John Grinder und Richard Bandler, die Gründer des NLP, war maßgeblich an der Weiterentwicklung der Technik beteiligt, und lernte auch bei dem US-Psychotherapeuten Milton H. Erickson. Ribert Dilts kombiniert Systemische Therapie mit NLP. Von 31. Mai bis 2. Juni hält er das Seminar "Strategies of Genius in Business" in Wien zu Innovationen in Unternehmen. Tickets beim Österreichischen Trainingszentrum für Neuro-Lingustisches Programmieren: www.nlpzentrum.at/seminartipp-robert-dilts / - © Robert Dilts
Robert Dilts geboren am 21. März 1955, ist Autor, Trainer und Berater im Bereich des Neuro-Linguistischen Programmierens (NLP). Er gehörte zur Arbeitsgruppe um John Grinder und Richard Bandler, die Gründer des NLP, war maßgeblich an der Weiterentwicklung der Technik beteiligt, und lernte auch bei dem US-Psychotherapeuten Milton H. Erickson. Ribert Dilts kombiniert Systemische Therapie mit NLP. Von 31. Mai bis 2. Juni hält er das Seminar "Strategies of Genius in Business" in Wien zu Innovationen in Unternehmen. Tickets beim Österreichischen Trainingszentrum für Neuro-Lingustisches Programmieren: www.nlpzentrum.at/seminartipp-robert-dilts / - © Robert Dilts

Absichtsvolle Handlungen und tiefschürfende Kommunikation haben mit innerer Haltung zu tun. Was ist nötig, damit aus gescheiterter gelungene Kommunikation wird?

NLP wirkt von innen. Man könnte sagen, das Bewusstsein ist die Software des Systems: Es steuert Handlungen, die zu Ergebnissen führen. Verhalten lässt sich aber nur dann ändern, wenn die dahinterstehende Geisteshaltung nicht dieselbe bleibt. Wenn ich meine Persönlichkeit, meine Karriere oder mein Unternehmen auf ein neues Niveau bringen will, muss ich etwas Neues tun. Dazu muss ich mich weiterentwickeln. Ich muss meine Glaubenshaltungen verändern, meiner Vorstellungskraft erlauben, neue Visionen zu bilden und diesen so weit zu folgen, dass ich ihnen Ausdruck verleihen kann. Idealerweise ist das Endergebnis eines solchen Prozesses eine Handlung.

Kann man sagen: Das Ergebnis von NLP ist eine Handlung, die jede Form annehmen kann: positiv oder negativ, gutwillig oder böswillig?

Man kann alles mit allem machen - der Umgang mit potenten Innovationen ist die Herausforderung der Gegenwart. Man kann mit Smartphones kommunizieren, aber auch Personen ausspionieren, mit Gesichtserkennung die Sicherheit erhöhen, aber auch Menschen überwachen. NLP kennt Leitprinzipien, bei denen Überzeugungen und Werte eine Rolle spielen, eben weil es ethische und unethische Überzeugungen gibt.