Wien/Brasilia/London. Brasilien ist im Februar 2006 der WHO-Rahmenkonvention zur Kontrolle des Tabakkonsums beigetreten. Der größte Teil des öffentlichen Raums - inklusive Bars und Restaurants ist mittlerweile hundertprozentig rauchfrei. Die stufenweise Einführung der Rauchverbote ging laut einer internationalen Studiengruppe mit einer sukzessiven Verringerung der Kindersterblichkeit einher, schrieben die Fachleute.

Die Studie ist Ende Mai in der Fachzeitschrift "Tobacco Control" erschienen. Erstautor war Thomas Hone (Imperial College London). Die Wissenschafter verglichen die Neugeborenen- und die Kindersterblichkeit auf der Ebene aller 5.556 Gemeinden in Brasilien. Dies erfolgte für den Zeitraum von Jänner 2000 bis Dezember 2016.

Rauchverbot an öffentlichen Orten zeigt Wirkung

"Die teilweisen per Gesetz verordneten Rauchverbote waren auf Gemeindeebene mit einer um 3,3 Prozent geringeren Sterblichkeit bei Kleinkindern verbunden. Bei der Säuglingssterblichkeit gab es keine Veränderung", schrieben die Autoren. Als schließlich in Brasilien das Rauchen an öffentlichen Orten komplett verboten wurde, sank die Sterblichkeit bei den Kleinkindern pro Jahr um 5,2 Prozent, bei den Säuglingen um 2,1 Prozent pro Jahr.

"Wir schätzen, dass die sofortige Einführung eines kompletten Rauchverbots ab 2004 den Tod von 10.091 Kleinkindern verhindern hätte können", schrieben die Autoren. Regierungen sollten den Übergang zu kompletten Rauchverboten beschleunigen. (apa)