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Wien. Sieht man sich um in einer Zeit, in der unser Planet immer heißer wird, in der Böden mit Pestiziden, hormonell wirksamen Substanzen und Mikroplastik regelrecht vergiftet sind und das Wirtschaftswachstum weiter im Fokus steht, stellt sich eine Frage: Wie gesund kann der Mensch überhaupt noch sein? Es erfordert große Anstrengung, die Ökologie mit der Ökonomie in Verbindung zu bringen und damit Gesundheit zu gewährleisten, doch scheint es machbar zu sein, wie Experten meinen. Die Umwelt als fundamentaler Gesundheitsfaktor ist auch Kernthema beim diesjährigen Medicinicum Lech, das vom 4. bis 7. Juli stattfindet. Heißer könnte es wohl kaum sein.

"Schaut man sich die Fakten an, könnte man pessimistisch werden", betont Markus Metka, wissenschaftlicher Leiter des Medicinicums, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Insektizide, Pestizide, Massentierhaltung, antibiotikaresistente Keime, Handelsabkommen, Chlorhühner - die Liste an menschlichen Einflüssen auf die Umwelt ließe sich problemlos fortsetzen. Das ökologische Desaster scheint vorprogrammiert. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind fatal. Zivilisationskrankheiten raffen den Menschen dahin. Die Klimakrise mit ihren Auswirkungen tut ihr Übriges.

Es beginnt beim Boden

"Es ist notwendig, dass diese Entwicklung auch anerkannt und beachtet wird", erklärt Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace in Zentral- und Osteuropa. Die Jugend sorgt derzeit weltweit dafür. Unter der Parole "Fridays for Future" gehen unzählige junge Menschen auf die Straße, um konkrete Maßnahmen gegen den Klimawandel einzufordern - für die Gesundheit des Planeten und damit vice versa auch für die eigene Gesundheit. Den Klimastreiks haben sich mittlerweile auch Wissenschafter (Scientists for Future), Eltern (Parents for Future), Künstler (Artists for Future) und Unternehmer (Entrepreneur for Future) angeschlossen. In Österreich werden das ab Herbst auch die Ärzte mit "Doctors for Future" tun, so Metka.

Frei nach dem Motto "Der Mensch ist, was er isst" setzt der Mediziner auf die Ernährung als grundlegende gesundheitsfördernde Maßnahme für den Einzelnen. "Die gesunde, sichere, natürliche Ernährung spielt eine Riesenrolle." Vielerorts wird auf biologische Landwirtschaft umgestellt, was sich auch positiv auf die Böden auswirkt. Denn "Tatsache ist, dass es schon beim Boden beginnt, der zunehmend nicht nur vergiftet oder verfälscht wird, sondern auch zubetoniert". Doch nur aus einem gesunden Boden kann eine gesunde Pflanze wachsen, die dem Menschen als gesunde Nahrung dient.