Der Mensch nimmt tagtäglich Umweltgifte zu sich. Sie wirken wie Antibiotika chronisch auf den Darm, erklärt der Mediziner. Gifte verschiedenster Art wirken negativ auf den gesamten Organismus ein. Und die Lebensmittelindustrie nimmt an dem Konzert teil. Zucker, Salz und schlechte Fette beherrschen die Fertignahrung. Adipositas und Diabetes sind die Folge. Trotzdem "reden wir weiter von Anti-Aging und den großartigen Dingen, die uns die zukünftige Medizin bringt. Doch wir sollten vorher aufpassen. Tatsächlich betreiben viele Menschen derzeit reines Pro-Aging."

Faktor Ernährung

Die derzeitige Aufbruchstimmung könnte sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Auf die des Einzelnen, auf die der gesamten Bevölkerung und auf die des Patienten Erde. "Über die Ernährung lässt sich sehr viel machen", so Metka. Einen großen Faktor nimmt dem Mediziner zufolge dabei auch das viel beschworene Detox ein. Nicht immer sei es möglich, die Aufnahme von Giftstoffen zu vermeiden beziehungsweise zu verhindern. "Da wir uns dessen ja gar nicht erwehren können, müssen wir die Gifte wieder aus unserem Körper herausbefördern." Detox sei dabei heute schon mehr als ein Modewort. Je mehr toxische Substanzen wir aufnehmen, desto mehr müssen wir darauf achten, das auch richtig zu entfernen. Immer mehr Ernährungsformen nehmen darauf Rücksicht.

Egit warnt wiederum vor den Auswirkungen der Klimakrise. Die Zahl der Hitzetoten werde mit den fortschreitend steigenden Temperaturen stark zunehmen. Im Jahr 2018 gab es in Österreich 766 solcher Fälle - im Vergleich dazu "nur" 400 Verkehrstote. Gefährdet seien vor allem Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität, so der Experte.

Auch die Luftschadstoffe kosten den Menschen Lebensjahre. Im Jahr 2012 sind in Österreich 40.000 bis 65.000 gesunde Lebensjahre durch diesen Einfluss verloren gegangen. Zudem nimmt die Pollenbelastung zu. "Die Pflanzen blühen früher, die Pollen verbreiten sich früher." Das führt zu drastisch verlängerten Belastungszeiten. "Für Menschen, die versuchen, ein Pollenmonat zu überstehen, und jetzt wissen, dass es noch ein zweites oder gegebenenfalls sogar drittes gibt, ist das ein ernsthaftes Problem."

Sich den Folgen entziehen

Neben der Zunahme von klimabedingten Katastrophen wie Überschwemmungen, Dürren und Stürme werden auch tropische Erkrankungen vermehrt eine Rolle spielen. Durch die Veränderung der klimatischen Situation finden Tierarten aus tropischen und subtropischen Zonen bessere Lebensbedingungen vor. Mücken und Zecken gewinnen als Krankheitsüberträger zunehmend an Bedeutung.

Doch wie lässt sich handeln? "Wenn man sich den gesundheitlichen Folgen vom Klimawandel entziehen will, dann wird man sich anpassen müssen", betont Egit. So werden wir uns nicht nur vor Gelsen schützen müssen. Um vor allem besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen in Sicherheit zu wiegen, wird es bauliche Maßnahmen geben müssen. "Wir werden zu anderen Baustandards kommen und zu einer anderen Mobilität." Eine effektive Kühlung in Gebäuden, aber auch in der Mobilität - Stichwort öffentliche Verkehrsmittel - wird Raum einnehmen.