Portland/Wien. Das Eiweiß Alpha Synuklein, das mit Zellstörungen in Verbindung gebracht wird, spielt eine neu entdeckte Rolle: Es repariert auch DNA-Brüche und schützt Nervenzellen vor dem Tod. Das berichtet ein US-Team der Oregon Health & Science University im Fachjournal "Scientific Reports". Die Forschenden wollen ihre Erkenntnisse für neue Therapien gegen die Parkinson-Krankheit nutzen.

Verklumpungen in  Nervenzellen im Mausmodell von Parkinson. - © Oregon Health & Science University
Verklumpungen in  Nervenzellen im Mausmodell von Parkinson. - © Oregon Health & Science University

Alpha Synuklein reguliert die Ausschüttung von Dopamin. Dopamin ist ein überwiegend erregend wirkender Neurotransmitter des zentralen Nervensystems. Bei der Parkinson-Krankheit wird Alpha Synuklein nicht korrekt gebildet (falsch gefaltet). Es sammeln sich Verklumpungen (Lewy-Körperchen) an, die die Nervenzellen infizieren und nach und nach vernichten. Der durch die Zerstörung der Gehirnzellen auftretende Mangel an Dopamin ist der Grund für typische motorische Störungen, wie Zittern und Steifheit, Beeinträchtigungen des Geruchssinns, Verdauungsbeschwerden und Schlaflosigkeit.

Ist Alpha Synuklein hingegen gesund, schützt es die Nervenzellen sogar vor dem Tod, berichtet das Forschungsteam erstmals anhand von Studien an den Nervenzellen von Mäusen im Labor. Vivek Unni und seine Kollegen konnten beobachten, dass diese Proteine alle zugleich zu beschädigten Stellen im Zellkern eilten, um diese wieder zu reparieren. "Wenn Alpha Synukleine Arbeiter in einer Fabrik wären, dann wäre es so, als würden sie alle zugleich auf Mittagspause gehen", heißt es zu diesem Reparatur-Teamwork in einer Aussendung der Universität.

Das Eiweiß ist also dafür zuständig, Risse zu kitten. Diese Funktion fehlt laut den Forschern bei Parkinson-Patienten. Als nächstes wollen sie herausfinden, wie sie sie auf eine Art und Weise ersetzen können, dass nicht nur wie heute die Symptome, sondern auch die Ursachen der Krankheit gelindert werden können.