Toronto/Wien. Mit einem kurzen Video-Selfie könnte es künftig möglich sein, seinen eigenen Blutdruck zu messen. Möglich macht dies eine Technologie namens "Transdermal Optical Imaging". Damit lassen sich Veränderungen im Blutfluss feststellen, wie Wissenschafter der University of Toronto im Fachblatt "Circulation: Cardiovascular Imaging" berichten.

Das Umgebungslicht durchdringt die äußere Hautschicht und erlaubt damit den digitalen optischen Sensoren des Smartphones einen tieferen Einblick, beschreiben die Forscher. Mithilfe der Daten zum Blutfluss, eingebracht in Modelle, sei es auch möglich, den künftigen Blutdruck vorherzusagen.

"Bluthochdruck ist ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung von Herzerkrankungen bis hin zum Herzinfarkt. Eine Überwachung ist von Bedeutung", erklärt Studienautor Kang Lee von der University of Toronto. Herzkömmliche Blutdruckmessgeräte seien, obwohl sehr exakt, umständlich und nicht komfortabel. Patienten würden weder die Richtlinien der American Heart Association ernst nehmen noch die Empfehlungen der Hersteller für eine häufige Anwendung.

Genauigkeit von 96 Prozent

Lee und seine Forscherkollegen haben für ihre Studie den Blutfluss von 1328 Kanadiern und Chinesen anhand von Zwei-Minuten-Videos auf einem mit der Software bestückten IPhone gemessen. Dabei verglichen sie den systolischen und diastolischen Wert sowie die Pulsfrequenz mit Messdaten von herkömmlichen Blutdruckmessgeräten. Dabei ergab sich eine Genauigkeit von 96 Prozent.

Die Probanden hatten durchgehend einen normalen Blutdruck. "Wenn künftige Studien unsere Resultate bestätigen und zeigen, dass die Methode auch bei hohem oder niedrigem Blutdruck eingesetzt werden kann, haben wir eine kontaktlose, nicht-invasive Methode zur Verfügung - möglicherweise jederzeit und überall", so Lee. Die Messung mit einem einfachen Klick auf die Kamera könnte Realität werden.