Houston/Wien. (est) Wenn es hervorragend schmeckt, nehmen viele Menschen gerne noch eine zweite Portion, tunken den Saft mit dem Brot auf oder kratzen sogar die Reste aus der Pfanne. Leider schlagen sich die Genuss-Bissen auf das Gewicht. Ein Team des Baylor College in Houston, Texas, hat herausgefunden, warum dem so ist. Eine bisher unbekannte Verbindung zwischen Darm und Gehirn schalte das Sättigungsgefühl aus, berichten die Forschenden im "Journal of Clinical Investigation".

Sie setzten Mäuse auf eine fettreiche Diät und entdeckten, dass die Gedärme der Nager höhere Konzentrationen des Hormons GIP erzeugten, das den Energiehaushalt im Körper reguliert. Das überschüssige GIP bahnte sich durch die Blutgefäße ins Gehirn und blockierte dort das Sättigungshormon Leptin, was zur Folge hatte, dass die Tiere nicht aufhörten, zu fressen. Als es den Forschern gelang, die Wechselwirkung zwischen GIP und dem Gehirn zu unterbrechen, wurde Leptin wieder aktiv und zügelte wie üblich den Appetit.

Nur essen, bis man satt ist

Leptin löst im Gehirn das Gefühl aus, satt zu sein, wenn man genug gegessen hat. Ein Speiseplan mit zu hohem Fettgehalt hat jedoch zur Folge, dass der Körper auf diese Signale nicht mehr reagiert. Er vermeint, immer noch hungrig zu sein, isst weiter und nimmt zu. Zusätzliche Portionen erhöhen mit der Zeit den Körperfettanteil. Je fülliger die Tiere wurden, desto höher war der GIP-Gehalt im Blut und desto geringer die Leptin-Aktivität im Hypothalamus, jene Gerhinregion, die den Appetit reguliert.

"Zuvor wussten wir nicht, dass eine Diät mit hohem Fettanteil und Überessen zu einer Leptin-Resistenz führen kann", wird Studienautor Makoto Fukuda in einer Aussendung zitiert. Wer seine Linie halten will, sollte also essen, bis er satt ist.