Menlo Park/Wien. Wenn Menschen schlafen, dann träumen sie - Nacht für Nacht. Dennoch gibt es traumlose Nächte sonder Zahl, ist man gewillt zu denken. Denn nicht jeder Mensch erinnert sich beim Aufwachen an die Erlebnisse, die in dieser ganz speziellen Schlafphase - dem REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) - durch seinen Kopf schleichen. Eine Gruppe an Neuronen, die ausmisten, dürfte dabei eine Rolle spielen, wie Forscher des Center for Neuroscience am SRI International in Kalifornien im Fachblatt "Science" berichten. Unwichtige Informationen entfernen sie. Und sie entscheiden, an welche neuen Informationen wir uns nach der Nachtruhe noch erinnern und woran eben nicht.

REM ist eine vieler Schlafphasen, die den Körper durchlaufen. Sie beginnt etwa 90 Minuten nach dem Einschlafen und zeigt sich etwa durch schnelle Augenbewegungen bei geschlossenen Lidern. Während dieser Zeit feuern aber auch besagte Neuronen. Studien an Mäusen haben bereits gezeigt, dass das Gehirn während der Ruhephase selektiv synaptische Verbindungen zwischen Nervenzellen trennt, die in das Lerngeschehen involviert sind. Bisher konnte aber niemand erklären, wie das abläuft.

Signale, die hemmen

Thomas Kilduff, Direktor des Center for Neuroscience, und Akihiro Yamanaka von der Nagoya University in Japan haben in ihren Forschungen das Hormon Orexin unter die Lupe genommen. Dieses wird von Zellen im Hypothalamus gebildet und hat Einfluss auf den Schlafrhythmus und das Essverhalten. Der Studie zufolge scheint auch ein Zusammenhang mit Lernen und Erinnerung zu bestehen. Diese bestimmten Zellen im Hypothalamus senden über Nervenleitbahnen hemmende Signale bis in den Hippocampus, dem Gedächtniszentrum. Die Erkenntnisse könnten für das Verständnis von posttraumatischen Belastungsstörungen oder Alzheimer von Relevanz sein, so die Forscher.(gral)