Wien. Asthma, COPD und Lungenkrebs: Pneumologen kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn den Patienten die Luft ausgeht. Gerade auf dem Gebiet der Lungenheilkunde habe sich in letzter Zeit viel Erfolg versprechendes getan, erläuterten Mediziner bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien anlässlich der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP), die am Donnerstag beginnt.

Individuelle Therapiemaßnahmen bedeuten immer öfter ein immer längeres Überleben. Auch wenn eine vollständige Heilung selten bleibt, sehen die Spezialisten vor allem große Fortschritte in Sachen Lebensqualität. So verliere etwa die Chemotherapie häufig den Schrecken und werde zur reinen Zusatz-Therapie, Tumore können im Vorfeld genauestens analysiert werden und Immuntherapien zeigen gute Erfolge bei weniger gravierenden Nebenwirkungen.

"Auf kaum einem anderen medizinischen Gebiet wurden in den vergangenen Jahren so große Fortschritte erzielt wie in der Pneumologie", erklärte ÖGP-Präsident Peter Schenk, Leiter der Abteilung für Pneumologie am Landesklinikum Hochegg. In Sachen Diagnostik verwies er auf innovative Entwicklungen wie den Einsatz vom Artificial Intelligence bei bildgebenden Verfahren sowie durch die Navigationsbronchoskopie, mit deren Hilfe etwa Lungenrundherde mit höherer Treffsicherheit erreicht und identifiziert werden können.

Nicht-Rauchen als Prävention

In der Infektiologie wiederum wurde durch den Einsatz von PCR-Tests (molekulares Nachweisverfahren mittels Polymerase-Kettenreaktion) ein Erregernachweis inklusive Resistenztests in weniger als zwei Stunden ermöglicht. Besonderes Augenmerk liege außerdem auf einer interdisziplinären und interprofessionellen Zusammenarbeit: Zum dritten Mal wird Österreichs größter Lungenärzte-Kongress fächerübergreifend mit der Gesellschaft für Thoraxchirurgie (ÖGTC) veranstaltet. Dies spiegle den klinischen Alltag wider, so Tagungspräsident Schenk, der auf zahlreiche Synergien sowohl in Diagnostik als auch in der Therapie verwies.

Walter Klepetko, Präsident dieser Fachgesellschaft, erläuterte die Bedeutung der Roboterchirurgie, die vor allem eine "ruhige Hand und höchste Genauigkeit" ermögliche. Im Bereich der funktionellen Thoraxchirurgie gebe es die größten Fortschritte bei der Korrektur von Verengungen der zentralen Luftwege (Kehlkopfs und Luftröhre).

Bezüglich Prävention erwähnte Schenk neben dem Nicht-Rauchen die Möglichkeit, sich mittels Influenza- und Pneumokokken-Impfung vor Lungenentzündungen zu schützen. Kollege Maximilian Hochmair vom Krankenhaus Nord bekräftigte seine Kritik an der heimischen Gesundheitspolitik. "Wir sind Lulus, was den Nichtraucherschutz betrifft." Im Internationalen Vergleich sterben und erkranken weiterhin unverhältnismäßig viele Menschen an Lungenkrebs. (apa)