Die erste, von britischen Chemikern entdeckte synthetische Farbe war Mauvein, eine Malven-Farbe, zunächst auf der Basis der Krapp-Pflanze. "Ein Kleid, das Königin Viktoria in dieser Farbe trug, machte Mauvein zur Mode, es musste in Mengen erzeugt werden.", erklärt Weitensfelder. Es folgte der Kampf um Indigo-Blau, das von Pflanzen aus englischen Kolonien stammte und von der Industrie Deutschlands bedroht war. "Die British Navy erließ eine Vorschrift, dass englische Marineuniformen aus natürlichem Indigo gefärbt sein müssen."

Die intensiven synthetischen Farben wurden aus Abfallmaterialien der Kohlenchemie hergestellt. "Es handelte sich um Rückstände der Leuchtgas-Produktion. Aus diesem unscheinbaren, braunen, stinkenden Material ließ sich eine riesige Palette von Farben erzeugen", erklärt Weitensfelder. Ab den 1860er Jahren entstanden kleine Fabriken, die dann zu weltumspannenden Farbenkonzernen wurden. Auch der Pharmariese Bayer und die später nationalsozialistische IG Farben begannen als Farbenfabriken.

Allein im Pantone-System können heute zwischen 3000 und 4000 Farben gedruckt werden. Im Lauf der Jahrzehnte wurden die Farben lauter, kräftiger, poppiger. Wie Pink. So kräftig es wirken mag, so schwer ist es dingfest zu machen.