Forscher sind der Frage um die Entstehung von Psoriasis (Schuppenflechte) nachgegangen und haben eine Antwort in den Haut-Stammzellen entdeckt. Im Mausmodell konnten Forscher der Universitätsklinik für Dermatologie der Medizinuniversität Wien zeigen, dass auch eine genetische Veränderung in den Haarfolikeln dieser Stammzellen die Erkrankung auslösen kann.

Kleinflächige Psoriasisplaques mit maximal einem Zentimeter Durchmesser. - © WikiCommons/David Croll
Kleinflächige Psoriasisplaques mit maximal einem Zentimeter Durchmesser. - © WikiCommons/David Croll

Die Schuppenflechte wird meist mit einer Störung im Immunsystem in Zusammenhang gebracht, bei der sich die körpereigene Abwehr gegen gesunde Hautzellen richtet. Sie ist keine angeborene Erkrankung, sondern tritt erst im Lauf des Lebens auf. Ihre unterschiedlichen Ursachen - etwa Stress oder UV-Bestrahlung - wurden teilweise noch nicht erforscht. "Wir konnten im Mausmodell zeigen, dass das Signal für die Erkrankung von außen nach innen gerichtet sein kann und nicht nur umgekehrt", erklärte Studienleiter Erwin Wagner.

Das zentrale Ergebnis der im Fachmagazin "EMBO Molecular Medicine" veröffentlichten Studie: genetische Veränderungen in den Haarfollikeln der Stammzellen der Epidermis führen zu veränderter Regulation der Expression von Transkriptionsfaktoren, wie den Aktivator-1(AP-1)-Proteinen, die entzündliche Reaktionen hervorrufen und damit über das Immunsystem Psoriasis auslösen können. "Schaltet man die Zielgene der Transkriptionsfaktoren ab, wird die Entzündung deutlich gebremst", so Wagner.

Mögliche Therapie

Außerdem zeigten die Forscher, dass bei diesem Vorgang der Botenstoff TSLP (Thymic Stromal Lymphopoietin), der bei Psoriasis stark ausgeschüttet wird, eine bedeutende Rolle spielt. "Hemmt man das TSLP, wird die Erkrankung nahezu gestoppt", erläuterte Wagner. Damit sei TSLP ein mögliches Ziel, um in Zukunft auch beim Menschen therapeutisch anzusetzen.

Die große Bedeutung von AP-1-Proteinen bei Hautentzündungen unterstrich auch eine zweite Studie der Forschungsgruppe. In einem kürzlich veröffentlichten Paper in "Cell Reports" wurde deutlich, dass AP-1-Proteine auch bei der Atopischen Dermatitis (AD), einer ebenfalls häufig auftretenden entzündlichen Hauterkrankung (oft als Ekzem bezeichnet), wichtige Faktoren sind. Sie kontrollieren bei der Entstehung der Erkrankung den Befall von Bakterien in der Haut wie etwa mit Staphylococcus aureus. Dies ist ein häufig auftretendes Gesundheitsproblem bei AD-Patienten. (apa)