Genf. Nach großen Erfolgen bei der Bekämpfung der Masern breiten sie sich derzeit wieder weltweit aus. Rund 140.000 Menschen sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im vergangenen Jahr an der hochansteckenden Krankheit gestorben, zumeist waren es Kinder unter fünf Jahren.

In Österreich hat sich die Gesundheitspolitik im Mai dieses Jahres gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. - © APAweb / dpa / Roland Weihrauch
In Österreich hat sich die Gesundheitspolitik im Mai dieses Jahres gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. - © APAweb / dpa / Roland Weihrauch

Zwar ist die Zahl der Todesopfer im Langzeit-Vergleich gesunken. Im Jahr 2000 erlagen noch mehr als 535.000 Menschen der Krankheit. Seit Kurzem steigen die Zahlen jedoch wieder. So gab es 2018 den WHO-Schätzungen zufolge um rund 16.000 Masern-Tote mehr als im Jahr davor, 2017. Vor allem im Kongo verbreiten sich die Masern vielerorts. Ein Grund ist laut der WHO eine zu niedrige Impfrate. Experten beklagen unter anderem Lücken in der Versorgung mit den Impfstoffen.

Ähnlich wie die Todeszahlen veränderte sich zuletzt auch die geschätzte Anzahl an Infektionen, die nach einem drastischen Rückgang ebenfalls wieder angestiegen sind. Nach WHO-Schätzungen gab es 2018 knapp 9,8 Millionen Masern-Fälle, im Jahr davor fast 7,6 Millionen.

Gefürchtete Folge: Tödliche Hirnentzündungen

Zu den Symptomen zählen ein Ausschlag der Mundschleimhaut und die charakteristischen bräunlich-rosafarbenen Hautflecken. Die Infektion schwächt vorübergehend das Immunsystem, so dass es leichter zu Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung oder Durchfall kommt. Eine besonders gefürchtete Folge sind bestimmte Hirnentzündungen, die tödlich enden können.

Da in vielen Ländern keine Meldepflicht besteht, wird laut WHO nur ein Bruchteil der Masern-Fälle bekannt. Die weitaus meisten Ansteckungen wurden 2019 bis Mitte November aus dem Kongo gemeldet. Die Behörden gehen davon aus, dass allein dort mehr als 5000 Menschen an Masern gestorben sind, weit mehr als beim Ebola-Ausbruch seit Sommer 2018 mit rund 2.200 Toten bisher.

In Europa kam es in der Ukraine zu einem großen Ausbruch mit fast 57.000 gemeldeten Fällen. Auch in Liberia, Madagaskar und Somalia gibt es große Probleme mit Masern. Auf diese fünf Staaten entfällt letztlich fast die Hälfte aller gemeldeten Masern-Fälle. Auch in den USA - die einst als masernfrei galten - ist die Tendenz wieder steigend, das Land verzeichnete so viele Fälle wie seit 25 Jahren nicht mehr. Erst seit der vergangenen Woche sind zudem im polynesischen Inselstaat Samoa bisher 62 Menschen bei einem Masernausbruch gestorben.