Auf 43.900 Jahre schätzen australische Forscher eine in einer Höhle auf Sulawesi entdeckte Malerei. Sie ist die bisher älteste Jagdszene der Menschheit, beschreibt das Team um Maxime Aubert und Adam Brumm von der Griffith-Universität in Brisbane im Fachblatt "Nature". Damit sei es die früheste gegenständliche Malerei überhaupt, so die Wissenschafter.

In dem Bild jagen menschliche Figuren mit Tierattributen vermutlich endemische Schweine und auch Rinder, sogenannte Anoas. Dabei nutzen sie Speere und bemerkenswerterweise anscheinend auch lange Seile. Das gesamte Bild ist etwa 4,5 Meter groß.

Die Wandmalereien wurden in der Kalksteinhöhle Leang Bulu Sipong 4 im Süden der Insel Sulawesi gefunden. Die Forscher nutzten die Uran-Thorium-Datierung, um das Alter festzustellen. Menschen und Tiere wurden im gleichen Stil und in der gleichen Technik gemalt, mit dunkelroter Farbe.

Mischwesen aus Mensch und Tier

Interessant ist auch, dass in dem Bild Menschen mit tierischen Attributen etwa von Vögeln oder Reptilien dargestellt sind. Als älteste Darstellung solcher Mischwesen galt bisher der Löwenmensch, der in der nordöstlich von Ulm gelegenen Höhle Hohlenstein-Stadel gefunden wurde. Diese 31 Zentimeter hohe Skulptur aus Mammut-Elfenbein zeigt einen Menschen mit dem Kopf und Gliedmaßen eines Löwen und ist etwa 40.000 Jahre alt.

"Die frühen Indonesier schufen Kunst, die möglicherweise ein spirituelles Denken über die besondere Beziehung zwischen Menschen und Tieren ausdrückt, lange bevor die erste Kunst in Europa gemacht wurde", wird Brumm in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. (apa)