Bern/Leipzig. Laut einer Studie der Unis Bern und Leipzig kann kirchlicher Glaube im Osten Deutschlands gegen Rechtsextremismus "immunisieren". Aberglaube geht dagegen in ganz Deutschland häufig mit rechtsextremen Einstellungen einher. Während die Kirchen Weltoffenheit und Toleranz fördern könnten, sei Aberglaube mit einer simplen Weltsicht, Ethnozentrismus und Fremdenfeindlichkeit verbunden. "Wir erklären dies damit, dass die kirchlich aktiven Menschen sich mit der offenen und toleranten Weltanschauung der Kirche identifizieren und eher zum Typus des radikalen Christen gehören, für den Nächstenliebe und Toleranz oberstes Gebot sind", so der Leiter des Instituts für Empirische Religionsforschung an der Uni Bern, Stefan Huber. Dies sei gerade im Osten Deutschlands der Fall, wo die Kirche beim Fall der Mauer eine wichtige Rolle gespielt habe, aber nur etwa 20 Prozent konfessionell gebunden seien.

Insgesamt werde der evangelischen und katholischen Kirche eine besondere Rolle im Kampf gegen Rechtsextremismus zuteil. Weil sich die Kirchen für zugewanderte oder geflüchtete Menschen und interreligiösen Dialog einsetzten, könnten sie dazu beitragen, Vorurteile abzubauen.