Wien. Als Hauptsymptome der Covid-19-Erkrankung gelten trockener Husten, Fieber, aber auch Atemnot. Nun wollen Mediziner weitere, bislang nicht bekannte Symptome entdeckt haben. Einer Untersuchung des deutschen Virologen Hendrik Streeck zufolge berichtet fast ein Drittel der Patienten von einem mehrtägigen Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. "Das geht so weit, dass eine Mutter den Geruch einer vollen Windel ihres Kindes nicht wahrnehmen konnte", schildert der Mediziner in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Andere konnten ihr Shampoo nicht mehr riechen, und Essen fing an, fade zu schmecken."

Wann diese Symptome auftreten, konnte er nicht genau sagen. Streeck glaubt aber, dass dies erst in einem späteren Infektionsstadium auftritt. Er untersuchte mehr als 100 Menschen in einer Gegend in Nordrhein-Westfalen, die besonders von Covid-19 betroffen ist.

30 Prozent auch Durchfall

Der typische Covid-19-Patient zeige nur milde Symptome, wie auch schon eine chinesische Studie gezeigt hat. Demnach hätten 91 Prozent der Erkrankten nur mit Reizhusten und etwas Fieber zu kämpfen. In der untersuchten deutschen Gruppe trat bei 30 Prozent der Infizierten zudem Durchfall auf. Das sei häufiger als bisher angenommen. In Stuhl- und Harnproben wurde bereits genetisches Material entdeckt. Daher geht man davon aus, dass das Coronavirus Sars-CoV-2 nicht nur über Tröpfchen, sondern auch über Ausscheidungen übertragbar sein könnte.

Der Verursacher von Covid-19 sei aber weniger gefährlich als Sars-1. Zwar verbreite er sich schneller, weil er sich von Rachen zu Rachen übertrage, das habe aber auch Vorteile. Sars-1 vervielfältige sich zwar in der tiefen Lunge und sei nicht so infektiös, gehe aber in jedem Fall auf die Lunge. Doch breitet sich Sars-2 wiederum erstmal dort aus, dann komme es zu den schweren Verläufen.