Wien. In Wien sollen mit einem der beteiligten Entwicklungszentren des Pharmakonzerns Takeda wesentliche Arbeiten für ein Gegenmittel gegen schwere Covid-19-Erkrankungen entwickelt werden. Hyperimmunglobulin-Präparate mit konzentriertem Inhalt von Antikörpern gegen Sars-CoV-2 aus Plasma von Patienten, welche Covid-19 überstanden haben. Das Prinzip heißt "Passivimpfung". Es gebe Berichte über die erfolgreiche Behandlung von Sars-Patienten (2002/2003) mit Hyperimmunglobulin aus Spenderplasma, betont Thomas Kreil, Virologe und beim aus Japan stammenden international tätigen Pharmakonzern Takeda weltweit für die Sicherheit bezüglich Viren und andere Pathogene zuständig.

Das Prinzip der "Passivimpfung" ist uralt: Der Mensch übersteht eine Infektion vor allem dadurch, dass bald nach Ansteckung eine Immunantwort in Gang kommt. Sie wird durch Antikörper vermittelt, anfänglich durch Immunglobulin M. Etwas später - nach etwa einer Woche - setzt die Produktion von spezifischen Immunglobulin G-Antikörpern durch B-Zellen ein. Dadurch wird die Infektion besiegt. Wieder Genesene tragen dann diese Antikörper im Blutplasma, diese schützen mehr oder weniger anhaltend vor weiteren Infektionen.

Genesenen Covid-19-Patienten soll Plasma abgenommen werden. Daraus werden dann die Antikörper konzentriert und haltbar gemacht und kranken Patienten verabreicht, erklärt Kreil. Abseits von dieser Strategie wären die Antikörper auch für die biotechnologische Forschung wichtig. Aus ihnen könnte man auch Strategien für zukünftige monoklonale Antikörper gegen Sars-CoV-2 oder für Impfungen ableiten.