Berlin/Wien. Das Robert-Koch-Institut (RKI) startet in Deutschland eine große bundesweite Antikörperstudie zur Verbreitung des Coronavirus. Damit soll ermittelt werden, wie viele Menschen bereits eine Infektion durchmachten und damit nun zumindest für eine gewisse Zeit immun gegen das Virus sind, wie das RKI am Donnerstag mitteilte.

Die Infektion verlaufe häufig mild oder sogar unbemerkt. Die Ergebnisse der Antikörperstudien seien "von großer Bedeutung, um den Verlauf und Schwere der Pandemie genauer abschätzen und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen besser bewerten zu können", betonte RKI-Präsident Lothar Wieler. Bei Antikörper- oder serologischen Studien wird das Blut auf Antikörper gegen Sars-CoV-2 untersucht. Antikörper lassen sich frühestens eine bis zwei Wochen nach der Infektion nachweisen, entsprechende Labortests sind erst seit kurzem verfügbar. Ob auch alle verfügbaren Tests verlässlich sind, wird allerdings bezweifelt.

Voraussichtlich ab der kommenden Woche sollen alle 14 Tage rund 5000 Blutproben untersucht werden. Erste Ergebnisse werden Anfang Mai erwartet. Untersucht werden sollen 15.000 Menschen an 150 Studienorten. Erste Ergebnisse werden für Juni erwartet.

Riechtests in Entwicklung

Forscher der Danube Private University in Krems, der Johannes Kepler Universität Linz und des Austrian Institute of Technology wollen unterdessen Riechtests entwickeln, um Corona-Patienten frühzeitig identifizieren und isolieren zu können. Denn der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns gilt als häufiger Vorbote einer Erkrankung. Die Forscher arbeiten deshalb an Schnelltests, um die Erkrankung früher als bisher erkennen zu können. Man hofft, auf Basis der Primärresultate rasch anwendbare Tests zur Verfügung stellen zu können.