Wien. Als Hauptsymptome der Covid-19-Erkrankung gelten trockener Husten, Fieber, aber auch Atemnot. Zuletzt haben Mediziner noch weitere, bis dahin nicht bekannte Symptome entdeckt. So gilt der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns mittlerweile als häufiger Vorbote einer Erkrankung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2. Forscher der Danube Private University in Krems, der Johannes Kepler Universität Linz und des Austrian Institute of Technology wollen deshalb Riechtests entwickeln, um Corona-Patienten frühzeitig identifizieren und isolieren zu können.

Zeitfenster nützen

Viele SARS-Cov-2-Infizierte klagen bereits Tage bevor sie klassische Symptome wie Husten oder Fieber entwickeln über Geschmacks- und Geruchsverlust. Einer zuletzt bekannt gewordenen Untersuchung des deutschen Virologen Hendrik Streeck zufolge, berichtet gar ein Drittel der Patienten von einem mehrtägigen Verlust dieser Sinne. Damals hatte man allerdings noch angenommen, dass dies erst in einem späteren Verlauf der Erkrankung eintritt. "Wir sind überzeugt, dass diese Tage ein wichtiges Zeitfenster darstellen, um die Krankheit früher als bislang zu erkennen", betont JKU-Professor Achim Walter Hassel. Man könne dieses nutzen, um Patienten, die noch symptomfrei sind, auf das Virus zu testen und zu isolieren, so die Idee dahinter. Christoph Kleber, Professor an der DPU, sieht darin "ein großes Potenzial, Leben zu retten".

Nun arbeiten die Forscher an eigenen Schnelltests. Für die dazu nötigen Studien wurden unter anderem mehr als 150 Studierende sowie auch Lehr- und Verwaltungspersonal der teilnehmenden Institute rekrutiert. Man hofft, auf Basis der Primärresultate rasch anwendbare Tests zur Verfügung stellen zu können. Unterstützt wird das Projekt vom Land Niederösterreich.