Oxford/Wien. Im weltweiten Rennen um einen Impfstoff zum Schutz vor dem Coronavirus dürften Forscher der Oxford University die Nase vorne haben. Laut "New York Times" seien Wissenschafter des Jenner-Instituts zuversichtlich, dass das Mittel schon im September in Millionen von Dosen ausgegeben werden könnte. Möglich macht dies eine Notfallgenehmigung der Aufsichtsbehörden. Nachdem sie schon in früheren Studien beweisen konnten, dass ähnliche Impfungen - darunter eine im letzten Jahr gegen ein früheres Coronavirus - für den Menschen harmlos waren, haben sie nun einen Vorsprung gegenüber anderen Teams, die erst mit einigen hundert Teilnehmern beginnen müssen, die Sicherheit zu demonstrieren.

Dem Jenner-Forschungsteam ist es möglich, Tests ihrer neuen Vakzine nun an mehr als 6000 Menschen bis Ende nächsten Monats zu planen. Damit könnten sie zeigen, dass sie nicht nur sicher ist, sondern auch wirkt, heißt es in der Zeitung. Dass es so sein könnte, zeigen erste Tests des Rocky Mountain Laboratoy des National Institute of Health in Montana, wo zuletzt sechs Rhesusaffen mit Einzeldosen der Oxford-Vakzine geimpft wurden. Erfolgreich, wie die Forscher berichten. Nachdem die Tiere geimpft worden waren, wurden sie mit dem Erreger infiziert. Auch vier Wochen später waren sie noch gesund.

Herausforderung Mensch

Beim Menschen stehen die Forscher vor einer Herausforderung. Da es aus ethischen Gründen nicht erlaubt ist, Menschen absichtlich zu infizieren, muss die Wirksamkeit unter natürlichen Bedingungen getestet werden. Dazu sei es nötig, dass sich das Virus weiter ausbreitet. "Wir sind die einzigen Menschen im Land, die wollen, dass die Zahl der Neuinfektionen noch einige Wochen anhält", erklärt Jenner-Leiter Adrian Hill die vertrackte Lage.(gral)