Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hält die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus innerhalb eines Jahres für ein "optimistisches" Szenario. "Sollte alles wie geplant laufen, sehen wir die Möglichkeit, dass sie (die Impfstoffe, Anm.) in einem Jahr zur Zulassung bereit sein könnten", sagte der für Impfstoffstrategien zuständige EMA-Vertreter Marco Cavaleri.

Diese Annahme basiere auf Daten aus Tests, die derzeit liefen. "Es handelt sich lediglich um Vorhersagen, die auf dem basieren, was wir sehen", sagte Cavaleri in einer Videokonferenz am Donnerstag. "Ich muss aber betonen, dass dies der bestmögliche Fall wäre."

Nicht alle Impfstoffe, die entwickelt würden, würden letztlich auch zugelassen. Überdies seien Verzögerungen möglich. Die EMA sei deshalb "etwas skeptisch" über Berichte, wonach ein Impfstoff bereits im September einsatzbereit sein könnte.

EMA relativiert WHO-Prognose

Die EMA relativierte unterdessen Warnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach das Virus nie mehr verschwinden könnte. "Ich denke, es ist etwas früh, um das zu sagen", betonte Cavaleri. "Wir haben gute Gründe, optimistisch zu sein, dass einige Impfstoffe es schaffen werden."

Weltweit forschen zahlreiche Pharmaunternehmen und Institutionen mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Seitdem das Virus Ende vergangenen Jahres erstmals in China aufgetaucht war, haben sich mehr als 4,2 Millionen Menschen weltweit damit infiziert, fast 300.000 Menschen starben. (apa)