Wissenschafter wollen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes international gegen systemischen Rassismus auch in der Forschung protestieren. Dafür wollen sie am diesem Mittwoch ihre Forschungsarbeit ruhen lassen, wie es in einem Aufruf von Particles of Justice, einem Zusammenschluss von Physikern hieß.

Das britische Wissenschaftsmagazin "Nature" seinerseits teilte mit, sich an der Protestaktion zu beteiligen. Die für Mittwoch vorgesehene Veröffentlichung von Studien werde sich damit um einen Tag verzögern.

Das Magazin wolle am Mittwoch nur solche Forschungsergebnisse veröffentlichen, die direkte Relevanz für die Unterstützung schwarzer Menschen in der akademischen Welt hätten oder sich mit der globalen Corona-Pandemie beschäftigten, hieß es in einer Mitteilung. "Nature ist gegen jegliche Form von Rassismus, und wir schließen uns anderen weltweit an, um unmissverständlich zu sagen: Black Lives Matter (Schwarze Leben zählen)." Das Magazin gehöre zu anderen, überwiegend mit Weißen besetzten Forschungsinstitution, die "mitschuldig am systemischen Rassismus" seien, schreibt das Journal weiter. "Wir müssen uns mehr anstrengen, solche Ungerechtigkeiten zu korrigieren und an den Rand gedrängten Stimmen Gehör zu verschaffen."

"Im Zuge der jüngsten Morde an schwarzen Menschen in den USA ist es klar, dass weiße und andere nicht-schwarze Menschen sich noch stärker bemühen müssen, den gegen schwarze Menschen gerichteten Rassismus auszumerzen", heißt es auf der Webseite Shutdownstem, die wie Particles for Justice zu der Aktion aufruft. "Egal, wo wir physisch leben - wir beeinflussen und werden beeinflusst von diesem Moment der Geschichte", heißt es dort. Das Acronym STEM steht für Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik, vergleichbar mit dem deutschen Begriff MINT für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.(apa/dpa)