Paris. Immer mehr Experten gehen dämpfen die Hoffnungen, dass ein Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 schon innerhalb des kommenden Jahres gefunden wird. Der französische Epidemiologe Arnaud Fontanet geht nicht davon aus, dass die Entwicklung eines vollständig wirksamen Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus bis ins kommende Jahr gelingt. Die Entwicklung dauere in der Regel mehrere Jahre, daher würde es ihn überraschen, wenn es bis 2021 ein effektives Vakzin gäbe.

Die Corona-Krise sei noch lange nicht vorbei, betonte der Epidemiologe. Die Menschen müssten sich deshalb besser an die Einschränkungen aufgrund der Pandemie halten als bisher. Die meiste Gefahr in der Pandemie gehe von großen Menschenansammlungen aus, warnte der Experte. Dies gelte umso mehr für beengte Räume wie Kreuzfahrtschiffe, Sporthallen, Diskotheken, Gotteshäuser, Schlachtbetriebe oder Unterkünfte etwa für ausländische Arbeiter.

Ansammlungen als Gefahr

Erst kürzlich hatte Chemie-Nobelpreisträger Eric Kandel in der "Wiener Zeitung" davor gewarnt, zu früh mit einer Impfung zu rechnen. Wegen der erforderlichen Tests dauere es selbst im Schnelldurchlauf mindestens ein bis zwei Jahre, bis es eine solche geben könne. "Leider sind wir dem Coronavirus länger unterworfen, als unser Präsident (Donald Trump, Anm.) angibt. Wir werden nicht heuer eine Impfung haben und das Virus wird nicht schnell verschwinden."

Sonntagabend hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Rekordanstieg neuer Corona-Infektionen gemeldet. In den vergangenen 24 Stunden seien weltweit mehr als 230.000 neue Erkrankungen registriert worden. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters nähert sich die Gesamtzahl der Infektionen der Marke von 13 Millionen.