Frankfurt. Das Mainzer Biotechunternehmen Biontech plant bei positiven Studienergebnissen im Oktober einen Zulassungsantrag für seinen Corona-Impfstoff.

Eine im Juli gestartete Immunisierung mit dem Impfstoff-Kandidaten BNT162b2 löse eine starke Immunantwort aus, berichtete Biontec am Donnerstagabend. BNT162b2 sei in allen Populationen gut vertragen worden, mit leichtem bis moderatem Fieber in weniger als 20 Prozent der Probanden. Die Nebenwirkungen nach der ersten Dosis in Probanden der Risiko-Altersgruppe 65 bis 85 Jahre seien vergleichbar mit jenen in der Placebogruppe.

Um herauszufinden, ob der Kandidat tatsächlich vor einer Corona-Infektion schützt, sollen bis zu 30.000 Menschen an der laufenden Studie teilnehmen. Bisher seien 11.000 Teilnehmer aufgenommen worden, hieß es, darunter auch Menschen aus Gegenden, in denen sich das Virus stark verbreitet, wie den USA und Brasilien. Bei einer Zulassung könnten Biontech und sein Partner Pfizer bis Ende 2020 bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen und potenziell 1,3 Milliarden Impfstoffdosen bis Ende 2021 bereitstellen.

"Insbesondere das vorteilhafte Sicherheitsprofil von BNT162b2 und die breite T-Zell-Immunantwort haben unsere Entscheidung unterstützt, diesen Kandidaten für die zulassungsrelevante Phase-2/3-Studie auszuwählen", sagte Biontech-Chef Ugur Sahin. Weltweit gibt es 169 Corona-Impfstoffprojekte. Davon befinden sich 30 in der klinischen Erprobung an Menschen und acht in der entscheidenden Phase-3-Studie, die für eine Zulassung ausschlaggebend ist.(reuters/est)