Ein Drittel der Covid-19-Patienten mit milden Verläufen litt sechs Woche nach der Diagnose noch immer unter Müdigkeit, Geruchs- oder Geschmacksverlust, Kurzatmigkeit oder Husten, wie ein Genfer Forschungsteam bei der Beobachtung von fast 700 Personen festgestellt hat.

Long-Covid nennen Fachleute die Beschwerden, die nach einer überstandener Corona-Infektion anhalten. Oft trifft es diejenigen Patienten, die nicht schwer krank waren. Erforscht ist dieses Leiden aber noch wenig. Ein Team von Ärzten und Epidemiologen der Uni Genf und der Genfer Universitätskliniken (HUG) beobachtete nun insgesamt 669 Covid-19-Patienten, die nicht im Spital waren. Demnach verspürten 33 Prozent nach sechs Wochen noch immer ein oder mehrere Symptome: 14 Prozent berichteten über Müdigkeit, neun Prozent über Kurzatmigkeit und zwölf Prozent über Geruchs- und Geschmacksverlust, wie die Forschenden im Fachmagazin "Annals of Internal Medicine" berichten.

Dauer unklar

Ebenfalls litten sechs Prozent nach wie vor an Husten und drei Prozent hatten anhaltende Kopfschmerzen. Das Team wird die Patienten nun weiterhin beobachten, um etwa Aussagen darüber zu treffen, was "long" bei Long-Covid tatsächlich bedeutet.

Zusätzlich zu den physischen Einschränkungen hätten sich die Patienten verunsichert gezeigt, sagte Mayssam Nehme vom HUG laut Aussendung der Uni Genf. Sie fragten sich, wann und ob die Symptome wieder abklingen würden. "Auch ohne eine klare medizinische Antwort ist es nach dem heutigen Wissensstand wichtig, besorgte Patienten zu begleiten und ihnen zuzuhören", erklärte die Medizinerin. (apa)