Aerosole spielen eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung von Sars-CoV-2-Erregern. Der beste Schutz ist und bleibt die Maske, wie Experten immer wieder betonen. Obwohl in der Vergangenheit deren Wirkung immer wieder angezweifelt worden war, ist man heute einhellig der Meinung, dass der Mund-Nasen-Schutz ein wesentliches Element in Pandemiezeiten darstellt, wie auch aus einem Positionspapier der österreichischen Gesellschaft für Aerosolforschung hervorgeht. Doch das reiche nicht, stellen auch Wissenschafter des American Institute of Physics in einer aktuellen Studie fest und propagieren das Social Distancing. Dass Masken für Kinder schädlich sein könnten, wie vor allem in Sozialen Medien immer wieder zu lesen ist, widerlegt wiederum Karl Zwiauer von der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde der Uniklinik St. Pölten gegenüber der "Wiener Zeitung".

Als Aerosol bezeichnet man ein Gemisch aus Luft mit festen oder flüssigen Partikeln. Diese haben Größen zwischen etwa 0,001 und mehreren 100 Mikrometern und verteilen sich mit Luftströmungen auch über größere Distanzen relativ schnell. Besonders kleine solcher Partikel können dabei sehr lange herumschweben. Mit dem Coronavirus Infizierte stoßen beim Sprechen, Husten und Niesen solche flüssigen Aerosole aus. Diese enthalten Viren und können von anderen Personen eingeatmet werden und diese schließlich infizieren.

Nur Teil der Maßnahmen

Die Maske sei allerdings nur Teil der wichtigen Maßnahmen zur Verminderung des Infektionsrisikos, schreiben die heimischen Forscher in ihrem Papier und setzen ebenso auf Abstand halten. Die US-Forscher untersuchten und testeten wiederum verschiedene Arten von Maskenmaterialien, wie sie sich auf die Ausbreitung von Tröpfchen auswirken, die Sars-CoV-2 tragen. Demnach reduzierte jedes getestete Material die Anzahl der Tröpfchen dramatisch. Doch bis zu einer Entfernung von etwa 1,8 Metern schafften es immer noch genug davon, um möglicherweise Krankheiten verursachen zu können, schreiben die Wissenschafter in der im Fachblatt "Physics of Fluids" publizierten Arbeit.

Erfahrung bei Kindern

"Eine Maske hilft definitiv, aber wenn die Menschen sehr nahe beieinander sind, besteht immer noch die Möglichkeit das Virus zu verbreiten oder zu infizieren", betont Krishna Kota von der New Mexico State University. "Es sind sowohl die Masken als auch die Distanz, die helfen."

Und das sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Dass bei ihnen das Bedecken von Mund und Nase gefährlich sein könnte, "entspricht absolut nicht den Erfahrungen, die wir haben", betont Zwiauer. Auch bei Kindern gibt es immer wieder akute oder chronische Erkrankungen, die ein kurz-, aber auch längerfristiges Tragen der Masken schon bisher notwendig gemacht haben. So müssen sich etwa Kinder während einer Chemotherapie oder nach einer Knochenmarkstransplantation dementsprechend schützen.

"Man kann sagen, dass es nicht angenehm ist, aber das Tragen von Masken führt auch bei Kindern - ich rede immer von Kindern über sechs Jahren - zu keiner relevanten Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration", betont der Kinderarzt. Auch komme es zu keiner relevanten Erhöhung des Atemwiderstandes. Die Erfahrungen hätten auch dazu beigetragen, dass internationale, anerkannte Fachgesellschaften das Maskentragen auch bei jungen Menschen bei allen Einschränkungen nicht für gesundheitlich gefährlich halten. Natürlich müssten gewisse Richtlinien eingehalten werden, so Zwiauer.

"Deine gefällt mir besser"

"Da denke ich daran, dass man die Maske regelmäßig wechseln muss, dass sie nicht permanent angegriffen wird und dass sie nicht mit anderen Kindern getauscht wird, weil ,Deine gefällt mir besser‘", sagt der Experte. Eine grundsätzliche allgemeine Belastung der Situation treffe alle.