Seattle/Würzburg. Nachtruhe, Haarwachstum, Geburten oder Gewicht: Viele Menschen sind überzeugt, dass der Mond Einfluss auf Körper und Gesundheit nimmt. Ob das reiner Aberglaube ist, konnte die Wissenschaft bisher noch nicht eindeutig beantworten. Nun scheinen zwei Studien den Mondgläubigen zumindest teilweise Recht zu geben. Wie Forschende nun im Fachmagazin "Science Advances" berichten, könnten Mondphasen sowohl auf Schlafmuster wie auch auf Menstruationszyklen von Frauen wirken.

Die Forscher mutmaßen, dass das sich mit den Mondphasen verändernde Schlafverhalten, wie sie es in Untersuchungen nachgewiesen haben, ein Erbe aus vorindustrieller Zeit ist. "Zu bestimmten Zeiten des Monats ist der Mond eine signifikante abendliche Lichtquelle, und das ist unseren Vorfahren schon vor tausenden von Jahren deutlich aufgefallen", sagt Biologe Leandro Casiraghi von der Universität von Washington.

Der stärkste Taktgeber

Ob auch der weibliche Zyklus vom Mond beeinflusst werden kann, prüften die Autoren der zweiten Studie. Sie untersuchten die Menstruationszyklen von 22 Frauen aus einem Zeitraum von durchschnittlich 15 Jahren und glichen diese mit dem entsprechenden Mondzyklus ab. Diese Zyklen beeinflussten die Intensität des Mondlichtes, die Gravitationskräfte und oftmals das Einsetzen der Menstruation bei Frauen, so das Ergebnis der Studie. Das nächtliche Mondlicht scheine dabei der stärkste Taktgeber zu sein, aber auch die Gravitationskräfte des Mondes würden dazu beitragen.