An der Innsbrucker Universitäts-Klinik für Radiologie ist erstmalig in Österreich und erst zum vierten Mal in Europa eine Lungenembolie mit einem neuartigen mechanischen System behandelt worden. Dabei wird ein relativ dicker Schlauch über die Leiste bis zur Lunge vorgeschoben und das Gerinnsel dann abgesaugt, teilten die tirol kliniken am Freitag in einer Aussendung mit. Der Patientin gehe es gut, sie liege mittlerweile wieder auf der Normalstation.

Bei einer Lungenembolie verschließt ein Blutgerinnsel ein arterielles Lungengefäß. Meist bilden sich diese Gerinnsel in einer großen Vene im Bein und werden dann in die Lunge geschwemmt. Bei einer akuten Lungenembolie sei Zeit ein wesentlicher Faktor, da die Erkrankung ansonsten tödlich enden könne.

Normalerweise werden Lungenembolien mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt, was bei großen Gerinnseln wie im Fall dieser Patientin allerdings nicht zum Erfolg geführt hätte, hieß es seitens der tirol kliniken. Die Alternative sei eine aufwändige herzchirurgische Operation, bei der der gesamte Brustkorb geöffnet, der Kreislauf stillgelegt und die Patientin auf 18 Grad gekühlt werden müsse.

Werte sofort gebessert

"Bei dem kürzlich angewandten System wird ein relativ dicker Schlauch über einen Schnitt in der Leiste, durch ein großes Blutgefäß und das Herz bis in die Lunge vorgeschoben und das Gerinnsel restlos abgesaugt", erklärte Martin Freund, Geschäftsführender Oberarzt an der Radiologie. "Es ist auch für uns beeindruckend, wie schnell bei diesem Eingriff ein Erfolg zu sehen ist", sagte Alexander Loizides, Oberarzt an der Radiologie, der den Eingriff gemeinsam mit Freund durchgeführt hat. Die Werte der Patientin hätten sich in der Sekunde verbessert, in der das Gerinnsel abgesaugt war.

Die größte Neuerung bei diesem System sei das große Volumen des Schlauches. Bisherige Systeme zur manuellen Entfernung von Blutgerinnseln in der Lunge seien nur ein Drittel so dick und hätten im aktuellen Fall nicht zum Erfolg geführt, hieß es.