Bei Krebs haben zwar nur einzelne Zellen des Körpers Genveränderungen (Mutationen), die Auswirkungen sind freilich dramatisch. Um untersuchen zu können, was solche Mutationen alles anrichten, entwickelten österreichische Forscher bei Mäusen eine Methode, mit der man Gene in einzelnen Körperzellen verändern und bunt markieren kann. Gleichzeitig werden die betroffenen Zellen zwecks guter Erkennbarkeit bunt markiert. Die Studie erschien im Fachjournal "Cell Reports".

Zellen in der Brustdrüse, markiert mit MADM. 
- © IST Austria/Nicole Amberg

Zellen in der Brustdrüse, markiert mit MADM.

- © IST Austria/Nicole Amberg

Ein Team um Simon Hippenmeyer vom Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg (NÖ) platzierte eine "Mutationskassette" auf jedem der einzelnen Mäuse-Erbgutteile (Chromosomen) ausgenommen der Geschlechtschromosomen. Mit dieser Methode namens "Mosaik Analyse mit Doppel Markierung (MADM)" können nun mehr als 96 Prozent der Gene auf Einzelzellebene verändert und die Folgen beobachtet werden, so die Forscher in einer Aussendung. Bisher gab es diese Mutationsmöglichkeit nur auf drei Chromosomen, wodurch 75 Prozent der Mäusegene nicht berücksichtigt werden konnten.

Damit kann man nun bei Krebs den Krankheitsverlauf besser analysieren, aber auch neue Medikamente suchen und Wirkstoffe testen, erklären die Forscher. Hippenmeyer möchte mit dieser Methode auch ermitteln, wie sich Gehirne zur richtigen Größe entwickeln. "Wir können nun untersuchen, was in einer Stammzelle schief läuft, wenn sich das Gehirn zu groß oder zu klein entwickelt", meinte er.