Bisher wurde es nur vermutet, war aber laut Experten noch nicht stichhaltig bewiesen. Etwa vier Prozent aller im vergangenen Jahr neu diagnostizierten Krebserkrankungen könnten in Verbindung mit Alkoholkonsum stehen, berichtet nun ein Forschungsteam eine Studie, deren Ergebnisse im Journal "The Lancet Oncology" veröffentlicht worden sind. Das sind weltweit 741.300 Fälle, wobei Männer etwa drei Viertel der Fälle ausmachen. In Österreich ist Alkoholkonsum demnach jährlich für etwa 1.800 der neuen Krebsfälle verantwortlich.

Genauso wie in Österreich stehen laut der Studie der Agentur für Krebsforschung (IARC) auch in Deutschland und der Schweiz vier Prozent der diagnostizierten Krebserkrankungen im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol. Besonders hoch lag der geschätzte Anteil in Osteuropa und Ostasien, mit etwa sechs Prozent. Die geringste Rate hatten Nordafrika und Westasien. Auf Länderebene weist die Mongolei mit zehn Prozent die höchste Rate auf.

Unter den Diagnostizierten befänden sich zwar vor allem Menschen mit hohem Alkoholkonsum, in 14 Prozent der Fälle seien es jedoch auch Personen mit moderatem Trinkverhalten gewesen - das entspreche 20 Gramm Alkohol pro Tag, also etwa zwei kleinen Gläsern Wein oder einem halben Liter Bier, heißt es in der Studie. Alkohol beschädige die menschliche DNA und beeinflusse den Hormonhaushalt im Körper, was zu einer Krebserkrankung beitragen kann. Besonders häufig im Zusammenhang mit Alkohol seien Speiseröhren-, Leber- und bei Frauen auch Brustkrebs.

Die Studie arbeitete mit geschätzten Werten. Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Alkoholkonsum sowie gemeldete Krebserkrankungen gingen daher nicht mit in die Ergebnisse ein. (apa, dpa)