Wien. Vor Schulbeginn Anfang September wird das Thema Covid-19 unter Kindern wieder besonders relevant. Die Auswirkungen einer Sars-CoV-2-Infektion auf sie untersucht eine deutsche Familienstudie zu Covid-19. Ihr zufolge sind asymptomatische Verläufe bei Kindern fünf Mal häufiger als bei Erwachsenen, doch die Betroffenen entwickeln einen starken Immunschutz. Das Team der Universitätskliniken Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm und des Naturwissenschaftlichen Instituts in Reutlingen hat laut dem Deutschen "GesundheitsPortal" 328 Familien mit mindestens einem an Covid-19 erkrankten Mitglied mehrfach untersucht. Insgesamt nahmen 548 Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren und 717 Erwachsene teil.

Immunantwort auch bei symptomfreiem Verlauf

In Familien mit einer infizierten Person steckten sich demnach Kinder (34 Prozent) deutlich seltener an als Erwachsene (58 Prozent). Sie erkranken fünf Mal häufiger ohne Symptome (Erwachsene: neun Prozent, Kinder: 45 Prozent).

Zuvor war festgestellt worden, dass schwerere Symptome einer Sars-CoV-2-Infektion eine bessere Immunantwort nach sich ziehen. Bei Kindern ist das aber offenbar nicht der Fall. Sie zeigten elf bis zwölf Monate nach der Infektion stärkere und länger anhaltende spezifische Antikörperspiegel als Erwachsene, unabhängig davon, ob Symptome vorhanden waren oder nicht. Keines der infizierten Kinder musste im Krankenhaus behandelt werden.

Auch bei den Beschwerden gab es Unterschiede. Während bei Erwachsenen Fieber, Husten, Durchfall und Geschmacksstörungen gleichermaßen ein guter Hinweis auf eine Infektion waren, waren bei Kindern nur Geschmacksstörungen ein deutliches Signal auf eine Covid-Infektion (87 Prozent). Husten und Fieber waren erst ab etwa zwölf Jahren ein Hinweis auf eine Ansteckung.