Wolfgang Amadeus Mozarts Sonate in D-Dur für zwei Klaviere (KV 448) bringt einer neuen Studie zufolge Erleichterung für Epilepsiepatienten. Bereits seit Jahrzehnten geistert eine Art "Mozart-Effekt" durch die Forschungslandschaft und wird kontrovers diskutiert. In der Studie habe man eine Abnahme von für die Erkrankung spezifischen Erregungszuständen im Gehirn gefunden, berichtet ein Wissenschafterteam im Fachblatt "Scientific Reports".

Forscher untersuchten den bekannten "Mozart-Effekt". - © Wikipedia
Forscher untersuchten den bekannten "Mozart-Effekt". - © Wikipedia

Bereits in den 1990er Jahren zog der vermeintliche Effekt viel Aufmerksamkeit auf sich. Die ursprüngliche Studie geht auf das Jahr 1993 zurück. Damals konnten Forscher nachweisen, dass Probanden bereits nach zehnminütigem Hören von Mozarts Sonate KV 488 verschiedene Aufgaben besser bewältigen. Spätere Arbeiten zeigten, dass Ratten durch Mozart-Musik schneller durch Labyrinthe fanden. Der Hype um das Thema legte sich aber daraufhin, als in Wiederholungen die ursprünglichen Ergebnisse nicht repliziert werden konnten.

Dann tauchten Studien mit Epilepsiepatienten auf. Diese Idee griffen die Forscher um Robert Quon von der Geisel School of Medicine in Dartmouth auf. Mittels EEG wurde beobachtet, dass sich nach 30 bis 90 Sekunden Hören ein Effekt einstellte. Im Schnitt reduzierte sich die Anzahl der spezifischen Ausschläge in der Hirnstromableitung um 66,5 Prozent. Bei anderen Musikstücken war kein signifikanter Einfluss zu beobachten. Dieser Effekt dürfte von der Dauer des Musikgenusses abhängen und über emotionale Netzwerke im Gehirn zu wirken. Die Studie wurde bei Epilepsiepatienten durchgeführt, die auf Medikamente nicht ansprachen.