In den kommenden drei Jahrzehnten könnte sich die Zahl weltweiter Demenzfälle fast verdreifachen. Das sagt eine Gesundheitsstudie voraus, die in der Fachzeitschrift "The Lancet Public Health" veröffentlicht wurde. Ihr zufolge könnten 2050 rund 153 Millionen Menschen mit Demenz leben - gegenüber 57 Millionen im Jahr 2019.

Einen besonders hohen Anstieg erwarten die Wissenschafter etwa in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, während Japan die geringsten Zuwachsraten verzeichnen werde, für Westeuropa erwarten die Studienautoren einen Anstieg der Fälle um 74 Prozent von fast acht Millionen 2019 auf knapp 14 Millionen 2050.

Einer der Hauptgründe dafür sei die steigende Lebenserwartung: Mit dem Alter erhöht sich das Risiko für Demenz. Nach Angaben der WHO ist Demenz derzeit die siebenthäufigste Todesursache weltweit und eine der Hauptursachen für Behinderungen und Pflegebedürftigkeit bei älteren Menschen. Die globalen Kosten werden für 2019 auf mehr als eine Billion US-Dollar geschätzt.

Ruf nach Prävention

Mit Blick auf die Auswirkungen von vier Demenz-Risikofaktoren - Rauchen, Fettleibigkeit, hoher Blutzucker und niedrige Bildung - setzen die Studienautoren auf Präventionsmaßnahmen.

Die Epidemiologin und Hauptautorin der Studie, Emma Nichols, vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der Universität Washington rät abschließend: "Für die meisten Länder bedeutet dies die Ausweitung von lokal angepassten, kostengünstigen Programmen, die eine gesündere Ernährung, mehr Bewegung, die Aufgabe des Rauchens und einen besseren Zugang zu Bildung fördern."