Washington. Menschen, deren Gehirn mehr Oxytocin freisetzt, sind einer US-Studie zufolge freundlicher zu anderen und zufriedener mit dem eigenen Leben. Zudem nehme die Oxytocin-Ausschüttung mit dem Alter vielfach zu, berichten die Forschenden im Fachblatt "Frontiers in Behavioral Neuroscience". Das häufig Kuschelhormon genannte Oxytocin ist ein im Gehirn gebildeter Botenstoff, der unter anderem bei der Paarbindung und der mütterlichen Bindung eine Rolle spielt.

Oxytocin ist vor allem für die Mutter-Kind-Bindung von Bedeutung. - © stock.adobe.com / Günter Menzl
Oxytocin ist vor allem für die Mutter-Kind-Bindung von Bedeutung. - © stock.adobe.com / Günter Menzl

Zudem beeinflusst es allgemein soziale Interaktionen. Das Team um den Neuroökonomen Paul Zak von der Claremont Gradiate University hatte 103 Probanden zwischen 18 und 99 Jahren in die Studie einbezogen. Die Personen, die im Experiment am meisten des Hormons freisetzten, waren nicht nur großzügiger bei Spenden, sondern zeigten auch viele andere hilfsbereite Verhaltensweise, fasst Zak das Ergebnis zusammen. "Wir fanden auch heraus, dass die Freisetzung von Oxytocin mit dem Alter zunahm und positiv mit der Lebenszufriedenheit verbunden wurde."

Wirkweise umstritten

Der Studie zufolge haben ältere Menschen also einen höheren Oxytocin-Spiegel und sind im Mittel hilfsbereiter und zufriedener als jüngere Menschen. Jedoch lässt sich aus der Untersuchung nicht ablesen, ob das Oxytocin Ergebnis oder Auslöser der beobachteten Verhaltensweisen ist. So betonen die Autoren selbst, dass sie keine ursächliche Beziehung zwischen dem Hormon, prosozialem Verhalten und subjektiven Einstellungen herstellen können.

Die genaue Wirkweise von Oxytocin ist wissenschaftlich umstritten. Belegt ist, dass das Hormon eine wichtige Rolle in der Beziehung zwischen Mutter und Kind spielt. Oxytocin leitet die Wehen ein, stimuliert die Milchproduktion und stärkt die Beziehung zum Nachwuchs. Es kann auch Stress und Ängste reduzieren.